Tiroler Jägerverband für "Wolfmanagement" statt Wolfsjagd

    15. Jänner 2018, 12:49
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    Waidmänner wollen sich nicht "schwarzen Peter zuschieben" lassen, es handle sich um eine "gesellschaftspolitische Aufgabe"

    Innsbruck – Der Tiroler Jägerverband hat sich statt den von den Agrarreferenten geforderten Abschüssen für ein "Wolfmanagement" ausgesprochen. "Ich persönlich habe keine Freude damit, wenn wir den Wolf bejagen", meinte dazu Landesjägermeister Anton Larcher im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag in Innsbruck.

    "Es ist keine Frage, die der Tiroler Jägerverband lösen muss, sondern eine gesellschaftspolitische Aufgabe", konkretisierte Larcher seine Position zur derzeitigen "Wolf-Frage". Damit schloss er sich der am Freitag von den Agrarreferenten der Bundesländer in Kärnten geäußerten Forderung nach einer dezidierten Wolfsjagd nicht an. "Wir müssen gemeinsam eine Lösung finden", sagte er dazu.

    96 Prozent Erfüllungsquote

    "Wenn die Jägerschaft zur Hilfe gerufen wird, stehen wir aber natürlich bereit", meinte er weiters. Erfreut ob des womöglich kommenden Aufrufes zur großen Wolfsjagd war Larcher aber nicht: "Wir wollen uns nur ungern den Schwarzen Peter zuschieben lassen."

    Erfreuter zeigte sich der Landesjägermeister angesichts der Abschusserfüllung in Tirol. "Die Erfüllungsquote bei Rotwild liegt derzeit bei 96 Prozent", nannte er Zahlen. Auch die 94-prozentige Quote bei Rehwild stimmte Larcher überaus zufrieden.

    In Stückzahlen macht das einen Abgang von 11.117 bei Rotwild und 15.522 bei Rehwild. Insgesamt verzeichnete man 38.161 Abgänge beim sogenannten Schalenwild, also allen dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufern. Für die Erfüllungsquote machte Larcher auch den "frühen Schneefall und die damit verbundene Ruhe in den einzelnen Gebieten" verantwortlich. (APA, 15.1.2018)

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      foto: reuters/daniel becerril
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