Reiche Frühstarter: Wen Bitcoin und Co. zu Millionären gemacht haben

    27. Jänner 2018, 10:16
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    Die kleine Community, die früh auf Kryptowährungen setzte, hat nun einige vermögende Mitglieder

    Im Jahr 2017 hat sich der Wert von Bitcoin mehr als verzwanzigfacht. Von etwas mehr als 830 Dollar ging es in Richtung 20.000. Mittlerweile pendelt er um die 10.000 Dollar. Der Boom hat auch anderen Kryptowährungen kräftiges Wachstum beschert und brachte eine Reihe an Nebeneffekten mit sich.

    So benannte sich die Long Island Ice Tea Corporation in Long Blockchain Corporation um, was ihr eine Verfünffachung des Börsenkurses einbrachte. Einen ähnlichen Effekt hatte die Ankündigung von Kodak, eine eigene Kryptowährung ins Leben zu rufen. Doch nicht nur der Wert von Unternehmen wurde gesteigert, zum Ärger von Gamern sorgte der Run auf leistungsfähige Grafikkarten auch hier immer wieder für Verteuerungen.

    Von 40 Cent auf 1.300 Dollar

    Der Hype hat auch einige Leute sehr reich gemacht. Zwei von ihnen sind die Brüder James und Julian Spediacci, berichtet die New York Times. James hatte 2014 in einem Facebook-Posting seinen Freunden empfohlen, in die Kryptowährung Ethereum zu investieren. Sein Eintrag hat damals einen "Like" erhalten. Ethereum war damals 30 Dollarcent wert. Heute liegt der Kurs bei rund 1.300 Dollar – ein Anstieg um mehr als das Dreitausendfache.

    Dann gibt es auch das "Crypto Castle", ein Haus, das von der Krypto-Community gemeinsam genutzt wird. Geführt wird es von Jeremy Gardner, der als einer der wichtigsten Helfer für jene gilt, die neu in das Geschäft einsteigen. Beruflich betreut er ICOs, Initial Coin Offerings. Sie sind eine neue Möglichkeit für Firmen, an Kapital zu kommen. Anstelle von Anteilen am Unternehmen können Investoren sich vorzeitig eine neue Kryptowährung sichern. Seine eigene Firma, Augur, erlangte auf diesem Weg zwischenzeitlich eine Bewertung von über einer Milliarde Dollar.

    Der rasante Bitcoin-Zuwachs war allerdings auch für ihn überfordernd. Denn er führte dazu, dass plötzlich einstiegswillige Investoren vor dem Crypto Castle Schlange standen. "Ich bin bereit dafür, dass Krypto-Vermögen 90 Prozent seines Werts verliert", meinte er im Dezember. "Es war einfach zu verrückt."

    "Selbst wenn ich eine Million verliere, ist es okay"

    Auch im nahe gelegenen "Crypto Crackhouse" finden sich Leute, die am Boom rund um Bitcoin gut verdient haben. Grant Hummer hantiert heute mit zweistelligen Millionenbeträgen, wenn er Investments tätigt. "Meine Neuronen sind durchgegrillt von der Volatilität", meint er in Bezug auf die teils heftigen Schwankungen der Kurse von Kryptowährungen. Er empfinde dabei schon gar nichts mehr. "Selbst wenn ich an einem Tag eine Million Dollar verliere, ist es irgendwie okay."

    Auch der 26-jährige James Fickel gehört zu den neuen Krypto-Reichen. Er ist in der Community auch deswegen bekannt, weil sein Vermögen von 400.000 Dollar in Ethereum gesteckt hat, als es noch 80 Cent wert war. Auch sein Personal Trainer, den er dazu angestiftet hat, wurde auf diesem Weg reich.

    Mit hunderten Millionen Dollar in der Hinterhand finanziert Fickel seine Familie und denkt über revolutionäre Veränderungen nach. Er ist der Ansicht, dass die Welt sich "reorganisiere". Man könne alle Armeen abschaffen und eine neue Weltordnung wählen. Die Blockchain sei dabei die "Mistgabel des Internets". Eine Ansicht, die nicht repräsentativ für die Community zu sein scheint.

    Bitcoin-Entwickler skeptisch

    Skeptisch gibt sich jedoch Pieter Wuille, einer der Entwickler, die die Technologie hinter dem Bitcoin vorantreiben. Auf die Frage, ob man Geld in Bitcoin stecken solle, antwortet er nur: "Ich habe keine Ahnung." Seiner Ansicht nach ist die öfters zu hörende Einschätzung, dass der Bitcoin nicht kollabieren könne, falsch. Der Technologie würde zudem ein Potenzial für die Lösung verschiedenster Probleme zugeschrieben, das sie gar nicht besitze. Zumindest noch nicht, denn sie brauche noch Zeit, um sich zu entwickeln.

    Ein Abbild dieser Hoffnungen ist die Reinigungskraft Maria Lomeli, die über eine lokale Veranstaltung in die Krypto-Community gefunden hat. Zuerst hat sie 1.000 Dollar in Bitcoins gesteckt. Nachdem der Kurs anzog, investierte sie weitere 10.000 in die bekannteste Kryptowährung sowie 1.000 Dollar in Litecoin. Ihre Kinder übten Kritik an ihrem Schritt und auch sie erkennt das Risiko. "Vielleicht werde ich das Geld verlieren", sagt sie. "Aber etwas sagt mir, dass ich dieser Generation vertrauen kann." (red, 27.01.2017)

    • Für die Leute, die sich früh um Kryptowährungen geschart haben, haben sich die vergangenen Jahre ausgezahlt.
      foto: reuters

      Für die Leute, die sich früh um Kryptowährungen geschart haben, haben sich die vergangenen Jahre ausgezahlt.

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