Steinhoff: Abverkauf gegen Liquiditätsengpass

14. Jänner 2018, 19:09
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Online-Beteiligung wurde veräußert, Banken schreiben Kredite ab

Johannesburg/Wien – Der Möbelriese Steinhoff, Muttergesellschaft von Kika/Leiner, kämpft ums Überleben. Der von einer Bilanzaffäre und argen Liquiditätsnöten gebeutelte südafrikanische Konzern hat nun seine 17-prozentige Beteiligung am Onlinehändler Showroomprivé an den französischen Giganten Carrefour veräußert. Der erst im Mai 2017 erstandene Anteil erlöste jetzt allerdings nur noch die Hälfte der Kaufsumme von 157 Millionen Euro.

Zuvor hatte Steinhoff bereits das Gebäude des Leiner-Geschäfts an der Wiener Mariahilfer Straße an eine Stiftung des Immobilientycoons René Benko verkauft. Zudem wechselten ein Firmenjet und Rennpferde den Besitzer. Kurzfristig benötigt der Konzern wie berichtet 200 Millionen Euro. Zudem gibt es immer mehr Anlegerklagen, die auf eine Entschädigung für den atemberaubenden Kursverfall der Steinhoff-Aktie abzielen. Der Konzern ist mit mehr als zehn Mrd. Euro verschuldet, wobei gegenseitige Verflechtungen im einstigen Imperium die Übersichtlichkeit erschweren.

Die Schieflage wird für die Banken teuer. JPMorgan hat bereits eine Abschreibung auf Steinhoff-Kredite im Volumen von 143 Mio. Dollar vorgenommen. Internationale Großbanken wie Goldman Sachs, Bank of America und HSBC dürften die Nächsten sein, die ihre Forderungen buchhalterisch korrigieren müssen. (red, 14.1.2018)

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