Hirscher in Wengen mit der nächsten Show

    Video14. Jänner 2018, 14:22
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    Der Salzburger gewinnt erstmals den Slalom in Wengen und weist die Konkurrenz einmal mehr in die Schranken – Kristoffersen und Myhrer dahinter

    Wengen – Marcel Hirscher hat den letzten weißen Fleck auf der Erfolgslandkarte ausgelöscht. Der Salzburger gewann am Sonntag erstmals den Slalom in Wengen und feierte seinen 53. Weltcupsieg, wodurch er am kommenden Sonntag in Kitzbühel mit Hermann Maier gleichziehen kann. Zweiter wurde der Norweger Henrik Kristoffersen, Dritter der Schwede Andre Myhrer.

    Zugleich stellte Hirscher mit dem fünften Slalomsieg in diesem Winter seinen Rekord von 2011/12 ein. Die fünf Siege gelangen ihm noch dazu am Stück, damit ist er der Erste nach dem Italiener Giogio Rocca 2005/06, der im Slalom eine so lange Serie hingelegt hat. Hirscher führt in der Disziplinenwertung nun 119 Punkte vor Kristoffersen und baute den Vorsprung auf den Norweger im Gesamtweltcup nach acht Saisonerfolgen auf 174 Punkte aus.

    Kristoffersen begann bei der Finalfahrt von Hirscher schon vor dessen letzten drei Toren zu applaudieren, mit zweimal Laufbestzeit nahm ihm der ÖSV-Star auf einem der schwierigsten Hänge im Weltcup 0,93 Sekunden ab, Myhrer hatte bereits 1,72 Rückstand.

    "Es war eisig, das hat den Unterschied gemacht. Oben ist es mehr, in der Mitte es kompakt", sagte Hirscher zur Halbzeit. "Nun habe ich auch den letzten Klassiker gewonnen, der noch fehlte. Und die Fragerei, warum ich in Wengen noch nie gewonnen habe, hat nun eine Ende." Fehlerfrei war sein zweiter Lauf nicht, am Ende war der Vorsprung aber trotzdem fast eine Sekunde. "Ich versuche schon auch, das Risiko zu gehen, sonst hast du auch keinen Meter."

    "Im Moment ist Marcel besser"

    Kristoffersen wartet damit weiterhin auf seinen ersten Saisonerfolg. "Im Moment ist Marcel besser. Ich probiere es, aber mehr geht nicht. Ich werde es weiterhin probieren. Jedes Rennen. Aber es geht mir nicht nur darum, Marcel zu schlagen, sondern auch darum, selbst wieder zu gewinnen." In dieser Saison war er nun bereits siebenmal auf Rang zwei und dreimal auf drei zu finden.

    Michael Matt verbesserte sich mit der drittbesten Laufzeit von 17 auf sechs (+2,55). Der Rückstand sei schon sehr groß, aber die zweite Fahrt sei sehr solide gewesen, auch wenn er im Mittelteil noch etwas Zeit liegengelassen habe. "Schadensbegrenzung", sagte meinte Matt. Im ersten Lauf seien die Bedingungen schwer einzuschätzen gewesen, er sei zu aggressiv auf dem Weg gewesen. "Im zweiten habe ich umgestellt, dann sieht man eh gleich, was möglich ist", sagte der Zweite von Oslo (City Event), Zagreb und Adelboden.

    Eingefädelt

    Wieder einen Slalomausfall musste Manuel Feller hinnehmen, der trotz massiver Rückenprobleme zur Halbzeit starker Fünfter war. "Wenn man Rückenprobleme hat und dann noch so Bodenwellen drinnen sind, dann ist es nicht so lustig. Aber ich glaube, ich habe das Maximum rausgeholt", sagte er in der Pause. "Eingefädelt. Ich glaube gleiche Stelle wie letztes Jahr", war er nach der Finalfahrt enttäuscht. Für die nächsten Tage steht Therapie an, um für kommenden Sonntag in Kitzbühel fit zu sein. "Das ist sowieso mein tägliches Brot, ohne ginge es eh nicht."

    Marc Digruber wurde Zehnter und erreichte damit seine beste Saisonplatzierung. "So wie ich die Rennen heuer gefahren bin, ist das Ergebnis ganz okay", befand er. Marco Schwarz fiel von 7 auf 14 zurück, der Ärger war groß. "Ich weiß schon nicht mehr, was ich sagen soll. Ganz funktioniert es nicht, wie ich mir das vorstelle. Ich parke mich leider immer wieder ein."

    36 von 64 kamen im ersten Durchgang in die Wertung, unter den Ausgeschiedenen waren auch Christian Hirschbühl, Simon Rueland und Richard Leitgeb. "Es ist alles okay mit dem Knie. Das Skifahren war ganz okay bis dahin. Nützt jetzt nichts, nächstes Rennen, nächste Chance. Ich muss jetzt auf Kitzbühel weiterschauen", sagte Hirschbühl, der sich noch Hoffnungen auf die Olympiateilnahme macht. Leitgeb verletzte sich am rechten Daumen und wird in Innsbruck untersucht. (APA, 14.1.2018)

    • Es geht ja auch in Wengen.
      foto: reuters/balibouse

      Es geht ja auch in Wengen.

    • Glückwunsch!
      foto: ap/ alessandro trovati

      Glückwunsch!

    • Hände hoch!
      foto: reuters/denis balibouse

      Hände hoch!

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