Urteil im Askö-Prozess: Acht Monate unbedingte Haft für Ex-Präsidenten

    12. Jänner 2018, 20:41
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    Teurer Sportbauernhof: Salzburger Askö-Führungsspitze wegen Untreue schuldig gesprochen

    Salzburg – Die ehemalige Salzburger Führungsspitze des Sportverbands Askö und der Sportvereinigung ASV Itzling ist am Freitagabend nach sieben Wochen Verhandlung wegen Untreue verurteilt worden. Der Ex-Präsident der Vereine erhielt 24 Monate Haft, acht Monate davon unbedingt. Drei weitere Funktionäre wurden zu bedingten Haftstrafen verurteilt.

    Ein alter Vierkanthof in Waldzell im Innviertel, der zu einem sogenannten Sportbauernhof umgebaut wurde, stand zu Beginn im Mittelpunkt des Prozesses. Der ehemalige Askö-Präsident kaufte den Bauernhof 2003 als Privatperson um 55.000 Euro. Er schloss einen Baurechtsvertrag mit dem Sportverband ab und verrechnete einen Zins von 16.848 Euro pro Jahr. Für Staatsanwalt Robert Holzleitner eine überhöhte Forderung. Hinzu kamen teure Einbauten, die der Präsident im privaten, von ihm genutzten Teil des Hofes errichten ließ. Der Verein bezahlte etwa für eine Poolabdeckung, eine Wasseraufbereitungsanlage und eine Fußbodenheizung.

    Der Ex-Finanzreferent soll den Baurechtsvertrag mitunterzeichnet haben. Dem früheren Geschäftsführer wird zusätzlich Betrug bei Fördermitteln vorgeworfen, weil er Rechnungen bei Stadt und Land doppelt eingereicht haben soll.

    Selbstbedienungsladen Vereinskasse

    Im November kam nach einem Jahr Pause wegen eines Richterwechsels schließlich ein weiterer Anklagepunkt hinzu: Beim Amateursportverein ASV Itzling, der zum Dachverband des Askö gehört, sollen 300.000 Euro zweckwidrig verwendet worden sein. Die Vereinskasse sei wie ein Selbstbedienungsladen für die Askö-Chefs gewesen. Leasingraten für ein Wohnmobil wurden ebenso vom Verein bezahlt wie Aufwandsentschädigungen. In diesem Faktum sind auch der ehemalige ASV-Finanzreferent und eine Sportwissenschafterin wegen Untreue mitangeklagt.

    Alle Angeklagten beteuerten ihre Unschuld. Sie hätten sich weder persönlich bereichert noch wissentlich ihre Befugnisse missbraucht, erklärten ihre Verteidiger. Das sah der Schöffensenat anders: Der ehemalige Askö-Geschäftsführer wurde zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt, der ehemalige Askö-Finanzreferent zu sechs Monaten bedingter Haft. Der Finanzreferent des ASV muss eine 21.600 Euro hohe Geldstrafe bezahlen und bekam sechs Monate bedingt. Einzig die Sportwissenschafterin, die für den ASV tätig gewesen war, wurde freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (Stefanie Ruep, 12.1.2018)

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