Türkei erlässt Reisewarnung für die USA

12. Jänner 2018, 14:21
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Das Außenministerium reagiert damit auf eine Reisewarnung der USA, beide begründen das mit "Terrorismus" und "willkürlichen Festnahmen"

Ankara/Washington – Die Türkei hat als Reaktion auf die Einstufung als riskantes Reiseland durch das US-Außenministerium eine Reisewarnung für die USA erlassen. Das türkische Außenministerium verwies am Freitag auf die Gefahr durch Terroranschläge und durch "willkürliche Verhaftungen" von Türken in den USA, die auch Staatsbeamte auf Dienstreisen treffen könnten.

Das Außenministerium reagierte damit auf ein neues System von US-Reisehinweisen, in denen die Türkei – ebenso wie etwa Pakistan – in die zweithöchste Gefahrenstufe eingeordnet wird. In dem US-Hinweis wird dazu aufgerufen, Reisen in die Türkei "wegen Terrorismus und willkürlicher Festnahmen" zu überdenken.

Visaausgabe eingestellt

Das US-Außenministerium riet insbesondere von Reisen in das türkisch-syrische Grenzgebiet und in den Südosten der Türkei ab, wo sich die Sicherheitskräfte regelmäßig Gefechte mit der PKK liefern. Die Warnung erfolgte, nachdem die türkischen Behörden zwei türkische Mitarbeiter von US-Konsulaten festgenommen hatten. Daraufhin stellten die Vertretungen der USA in der Türkei die Ausgabe von Visa ein. Das türkische Außenministerium hatte daraufhin in einer fast wortgleichen Erklärung mitgeteilt, die Visavergabe bei türkischen Vertretungen werde ebenfalls gestoppt.

Erst Ende Dezember konnte die Visakrise beigelegt werden, nachdem die USA nach eigenen Angaben rechtliche Zusicherungen erhalten hatten. Die Türkei dementierte aber, Zusicherungen gemacht zu haben. Generell sind die Beziehungen zwischen den Nato-Bündnispartnern USA und Türkei angespannt.

Nach der US-Reisewarnung wurde am Donnerstag der US-Geschäftsträger ins Außenministerium in Ankara zitiert. Die Regierung wolle damit gegen die US-Militärhilfe in Nordsyrien für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) protestieren, die Ankara als PKK-Ableger betrachtet, hieß es.

Sanktionen

Die Beziehungen belastet auch ein Urteil eines New Yorker Gerichts, das den türkischen Banker Mehmet Hakan Atilla Anfang Jänner der Verletzung der US-Sanktionen gegen den Iran für schuldig befunden hatte. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan verurteilte das Urteil gegen den Halkbank-Vize als Teil einer "Verschwörung" gegen die Türkei. In dem Prozess waren Erdoğan und ein früherer Minister persönlich belastet worden.

In der höchsten Gefahrenstufe vier im neuen US-Hinweissystem sind laut einem CNN-Bericht elf Länder, darunter auch Afghanistan, der Iran, der Irak, Syrien und der Jemen. Von Reisen in diese Länder wird abgeraten. (APA, 12.1.2018)

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