Trump: Mexiko kann die Mauer "indirekt über Nafta zahlen"

12. Jänner 2018, 08:28
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Der US-Präsident will erst nach der Wahl in Mexiko über Details diskutieren

Washington/Detroit – US-Präsident Donald Trump will Mexiko weiterhin für eine von ihm geplante Mauer an der mehr als 3.100 Kilometer langen Grenze zwischen beiden Ländern zahlen lassen. "Sie können dafür indirekt über Nafta zahlen", sagte er in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" mit Blick auf mögliche neue Regelungen in dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen.

Dieses wird derzeit zwischen den USA, Kanada und Mexiko neu verhandelt. "Wisst ihr was? Mexiko zahlt", sagte Trump dem Blatt, das zum Imperium des erzkonservativen Medienzars Rupert Murdoch gehört.

Gespräche erst nach der Wahl

Die gesamte Diskussion über das Freihandelsabkommen will Trump bis nach der Wahl in Mexiko am 1. Juli offenhalten. "Mir ist klar, dass viele Dinge vor einer Wahl schwer zu verhandeln sind", sagte Trump. Im gleichen Atemzug erklärte der US-Präsident jedoch, dass er das Freihandelsabkommen beenden wolle, wenn es nicht zu einem für die USA besseren Deal komme.

Nafta ist derzeit unter Beschuss. Vor allem in Kanada herrscht nach mehreren erbitterten Zollstreitigkeiten mit den USA erhebliche Skepsis über die Zukunft des Abkommens. Die Verhandlungen auf US-Seite führt mit dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer ein Hardliner und glühender Befürworter von Trumps Abschottungspolitik beim internationalen Handel.

Fiat Chrysler verlegt Produktion in die USA

Fiat Chrysler kündigte unterdessen an, die Produktion des Pickup-Modells Ramvon Mexiko in die USA zu verlegen. Der Schritt solle 2020 vollzogen werden und sei durch die US-Steuerreform möglich geworden, teilte der Autobauer am Donnerstag mit. Fiat Chrysler lässt sich das eine Milliarde Dollar (830 Millionen Euro) kosten.

Im US-Bundesstaat Michigan würden durch die Verlagerung 2.500 neue Jobs entstehen. Das Werk in Mexiko solle anderweitig genutzt werden.

Auf Steuerreform gewartet

Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte vor einem Jahr erklärt, er könne sich eine Produktionsverlagerung in die USA vorstellen. Er machte dies aber von der geplanten Steuerreform abhängig. Im Dezember setzte US-Präsident Donald Trump das Vorhaben in Kraft. Es ist die größte Steuerreform in den USA seit mehr als 30 Jahren. Um wieder verstärkt Autoproduktion in die USA zu holen, hatte Trump zudem mit einem Importzoll gedroht sowie mit der Aufkündigung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens mit Kanada und Mexiko. (APA, 12.1.2018)

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    foto: ap/evan vucci
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