Astrobiologen fordern Nasa zur Suche nach Alien-Zivilisationen auf

13. Jänner 2018, 09:00
61 Postings

Strategiepapier spekuliert über beobachtbare Hinweise auf Außerirdische mithilfe neuer Weltraumteleskope

Washington – Im August 2016 sprach sich eine Arbeitsgruppe der Internationalen stratigrafischen Kommission (ICS) für die Einführung eines neuen Erdzeitalters aus. Das sogenannte Anthropozän wurde zwar bisher noch nicht offiziell bestätigt, die Chancen dafür stehen aber günstig. Das Anthropozän wird als jene Ära definiert, in der der Mensch erstmals signifikante Spuren in der Geo-, Bio- und Atmosphäre der Erde hinterlässt – und Belege dafür gibt es reichlich: CO2-Emissionen und Klimawandel, großflächige Entwaldung und eine Technosphäre, die laut einer britischen Studie global mittlerweile 30 Billionen Tonnen wiegt, – der Fußabdruck, den die Menschheit auf unserem Planeten hinterlässt, ist mittlerweile gewaltig.

All diese großräumigen Veränderungen lassen sich mit den geeigneten Instrumenten auch vom Weltraum aus erkennen, was für die Suche nach außerirdischen Zivilisationen sehr nützlich wäre, glauben einige Wissenschafter. Daher hat nun eine Gruppe von US-Astronomen die Nasa dazu aufgefordert, die nächste Teleskopgeneration auch und vor allem für diese Zwecke einzusetzen.

Terraforming aus der Ferne erkennen

Die Forscher um den Astrobiologen Jacob Haqq-Misra erklären in ihrem Strategiepapier, das sie an die US-National Academy of Sciences gesendet haben, wie beispielsweise anhand von atmosphärischen Eigenschaften auf fernen marsähnlichen Exoplaneten künstliche Prozesse nachgewiesen werden könnten. Als besonders verräterisch würden sich dabei Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs), Fluorcarbone und andere exotische Treibhausgase erweisen. Sie könnten sogar als Fingerabdruck von großangelegten Terraformingmaßnahmen fungieren.

Darüber hinaus könnten ungewöhnliche Infrarotmuster auf künstliche Strukturen hindeuten. Als geeignet für die Suche nach derartigen Zivilisationsspuren halten die Wissenschafter einige Weltraumteleskope, die sich derzeit noch in der Planungsphase befinden. Vor allem das Origins Space Telescop (OST), LUVOIR und HabEx, sollten unbedingt realisiert werden, fordern die Wissenschafter. Letzteres wäre als Habitable Exoplanet Imager sogar speziell darauf ausgelegt, erdähnliche Welten in den habitablen Zonen ferner Systeme auszuspähen. (red, 13.1.2018)

  • Das Konzept für die Habitable Exoplanet Imaging Mission (HabEx) geht von einer rund 1.000 Mal höheren Auflösung als das Hubble-Weltraumteleskop aus. Damit ließen sich bereits künstliche Atmosphärenbestandteile von nahen Exoplaneten erkennen.
    illustr.: nasa/jpl

    Das Konzept für die Habitable Exoplanet Imaging Mission (HabEx) geht von einer rund 1.000 Mal höheren Auflösung als das Hubble-Weltraumteleskop aus. Damit ließen sich bereits künstliche Atmosphärenbestandteile von nahen Exoplaneten erkennen.

Share if you care.