Meine schönen Organe

Blog14. Jänner 2018, 12:00
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Auf die inneren Werte kommt es an – das zeigte mir meine erste Vorsorgeuntersuchung

Ein Klassiker: Schwächeln zu Weihnachten. Husten, Schnupfen, Kopf- und Halsweh. Nicht wirklich krank, aber auch nicht freudvoll unbeschwert. Fast hätte ich deshalb die Premiere am 29. Dezember 2017 verschoben: Meine erste Gesundenuntersuchung. Zugegeben, mit 48 Jahren etwas spät. Dafür musste es gleich die kostspielige Variante sein: Komplettes Blutbild, Harnanalyse, Ultraschall von Herz, Halsschlagader, Schilddrüse, Nieren, Leber und Gallenblase sowie Lungenfunktionstest und Belastungs-EKG.

Eine gute Entscheidung. Denn was der Mensch sieht, existiert für ihn auch. Seine Organe zum Beispiel. Ich muss gestehen: Über die habe ich mir noch nie viel Gedanken gemacht. Hauptsache sie funktionieren. Im Ultraschall konnte ich ihnen nun erstmals bei der Arbeit zusehen. Wie das Herz unablässig arbeitet, sich der Muskel zusammenzieht und wieder entspannt, das Blut durch die Halsschlagader pumpt.

Zu wenig "Hab dich lieb"

Auch Schilddrüse und Gallenblase fühlen sich wohl in meinem Körper. Was der Arzt noch sagte: "Sehr schöne Nieren, typisch für einen Biertrinker." Der Anblick der Leber: ein Déjà-vu. Nicht unähnlich der Ware, die der Fleischhauer um die Ecke verkauft. Ein kleiner Unterschied: Meine Leber ist mit kleinen, weißen Flächen geschmückt. "Der Beginn einer nichtalkoholischen Fettleber", klärt mich der Mediziner auf. Passend dazu auch meine Blutfettwerte. Zu viel LDL- und zu wenig "Hab dich lieb-"Cholesterin (HDL).

Die Lungenfunktion ist gut, könnte aber besser sein. Dieses Ergebnis schiebe ich jetzt mal auf die Erkältung. Schließlich kam ich beim Belastungs-EKG überdurchschnittlich gut über die Runden. Vielleicht war das schweißtreibende Spinning ein ganz brauchbares Training. Das ärztliche Fazit: "Fünf, sechs Kilo abnehmen. Weniger Schnitzerl und Schweinsbraten, dafür mehr Fisch und Bewegung." Dieses Ziel hab ich bis zur nächsten Untersuchung vereinbart. Darüber werden sich auch Leber und Lunge freuen. Das mache ich gerne, denn ich mag nicht nur meinen Bauch, sondern auch meine schönen Organe. (Günther Brandstetter, 14.1.2017)

Blog: Gesunde Geschichten

Auch wir Gesundheitsredakteure des STANDARD sind immer wieder einmal krank. Und wir würden gern gesünder, fitter und krankheitspräventiver leben. Was wir für unser eigenes Wohlbefinden ausprobieren, was wir im Dschungel unseres Gesundheitssystems alles erleben und was wir tun, wenn es uns selbst dreckig geht, beschreiben wir hier – als Otto Normalverbraucher sozusagen. Und Achtung: Misery loves company – wir freuen uns über Tipps, Tricks und Resonanz.

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