Wetter und Qualm behindern Löscharbeiten an Tanker vor China

9. Jänner 2018, 16:00
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31 Menschen nach wie vor vermisst. Das Ausmaß der Ölverschmutzung ist noch unklar

Peking – Peitschende Winde, drei Meter hohe Wellen und giftige Rauchgase haben am Dienstag die Löscharbeiten an dem seit drei Tagen brennenden Öltanker "Sanchi" im Ostchinesischen Meer behindert. Auch die Suche nach den vermissten 31 Besatzungsmitgliedern komme nicht voran, teilte das Verkehrsministerium in Peking mit. Am Vortag war die Leiche eines Seemannes geborgen worden.

Explosion befürchtet

Eine Flotte von 13 Schiffen durchkämmte das Unglücksgebiet nach den Seeleuten. Sie wird allerdings vom Wetter und den Flammen stark behindert. Ein Rettungsteam der südkoreanischen Küstenwache musste wegen des Feuers fast fünf Kilometer Abstand halten. Zudem gibt es Befürchtungen, dass der brennende Tanker explodieren und sinken könnte.

"Solange das Schiff in Brand steht, ist zu erwarten, dass viel Öl verbrennen wird, anstatt ins Wasser zu gelangen", teilte Greenpeace Ostasien mit. "Wenn das Schiff allerdings sinkt bevor das Öl verbrannt ist, wird der Reinigungsprozess extrem schwierig", hieß es weiter.

300 Kilometer vor der Küste

Das Schiff der Reederei National Iranian Tanker Co war am Samstagabend mit einem chinesischen Getreidefrachter kollidiert und in Flammen aufgegangen. Seitdem verliert es Ladung. Das Unglück ereignete sich 300 Kilometer vor der chinesischen Küste. Das Ausmaß der Ölverschmutzung ist derzeit noch nicht absehbar.

Der Tanker hatte nach jüngsten Angaben 136.000 Tonnen Kondensat geladen, ein sehr hochwertiges, aber auch einfach entflammbares und explosives Leichtöl. Bei Berührung mit Wasser verdunstet es sehr schnell, das entstehende Gas ist hochexplosiv und giftig. Die Ladung entspricht einem Volumen von rund einer Million Barrel im Wert von 60 Millionen US-Dollar (rund 50 Millionen Euro) und war für Südkorea bestimmt.

Der an der Kollision beteiligte Frachter "Crystal" trug geringere Schäden davon. Alle 21 chinesischen Seeleute an Bord wurden nach offiziellen Angaben gerettet. (APA, Reuters, 9.1.2018)

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