Dönmez weist Kritik an Beitrag in rechtem Magazin zurück

    9. Jänner 2018, 13:07
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    Auch ÖVP-Klubobmann Wögiginger kann Empörung nicht nachvollziehen

    Wien – Der ÖVP-Abgeordnete Efgani Dönmez weist die Kritik an seinem Beitrag in dem vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuften Magazin "Info-Direkt" zurück. Auch ÖVP-Klubobmann August Wöginger kann die Empörung nicht nachvollziehen.

    "Wie des Öfteren geht es nicht um den Inhalt, sondern über die Deutungshoheit von einigen selbst ernannten Moralaposteln, welche in ihrer Überheblichkeit glauben, darüber bestimmen zu dürfen, wer, wo, was zu publizieren hat", schreibt Dönmez auf seiner Internet-Seite efganidoenmez.at. Die größte Werbung für "Info-Direkt" habe nicht er mit seinem Kommentar geleistet, "sondern jene, die durch den akkordierten Sturm im Wasserglas noch mehr Aufmerksamkeit auf das Blatt gerichtet haben als es sonst überhaupt bekommen und verdient hätte".

    Ringen um die besseren Argumente

    Politik und politische Diskussionskultur bedeute für ihn, sich auch mit Menschen auszutauschen, welche eine andere Haltung und Meinung haben. Denn nur durch den Dialog und Austausch durchbreche man die Spirale der gesellschaftlichen Polarisierung. "Dies heißt nicht, dass man seine eigenen Überzeugungen und Grundsätze über Bord wirft, sondern die Suche und das Ringen um die besseren Argumente und Lösungen. Grundsätzliche Diskussionsverweigerung ist der falsche Weg, wohin dies führt, erkennt man an dem Umstand, dass die Grünen sich selbst aus dem Parlament gekickt haben und die FPÖ gestärkter denn je darin vertreten ist", schreibt Dönmez.

    Auch Wöginger betonte, dass es sich um einen Beitrag handle, der vor einem Jahr in den "Oberösterreichischen Nachrichten" erschien und jetzt übernommen worden sei. Dönmez sei auch bereit, die Inhalte zu diskutieren. Ein Gespräch über die Veröffentlichung im als rechtsextrem eingestuften Blatt "Info-Direkt" habe es nicht gegeben, so Wöginger. Der Abgeordnete identifiziere sich ja nicht damit, meinte der Klubobmann weiters.

    Das Mauthausen Komitee, die SPÖ und die Liste Pilz hatten am Montag wie berichtet heftige Kritik an der Veröffentlichung des Dönmez-Beitrages über einen Islam europäischer Prägung in dem als rechtsextrem eingestuften Magazin geübt und von ÖVP-Obmann und Bundeskanzler Sebastian Kurz eine Distanzierung gefordert. (APA, 9.1.2018)

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