Die neue Regierung und die Autofahrergerechtigkeit

Kolumne12. Jänner 2018, 08:19
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Die neue Regierung kann sich Tempo 140 auf Autobahnen vorstellen und Radarfallen sind ihr ein Dorn im Auge

Wir haben eine neue Regierung, die sich recht tatkräftig bemüht, Wahlversprechen einzulösen, die sie in dieser Form nicht einmal gegeben hat. Auffällig an einigen dieser Ankündigungen: Sie kosten kein Geld, aber Gesundheit und Menschenleben. Nein, ich spreche gar nicht von der Aufhebung des Rauchverbots, sondern von einem seltsamen Zugang der neuen Regierung zum Thema Verkehrssicherheit und Umwelt.

Stammtischkauderwelsch

Der Verkehrsminister kann sich Tempo 140 auf Autobahnen vorstellen, dem Innenminister sind Radarfallen ein Dorn im Auge mit einem Argumente-Geschwurbel drumrum, das an aufgesaugtes und im Eilgang wiedergekäutes Stammtischkauderwelsch erinnert. Egal ob man das persönlich will oder nicht, jedem Menschen müsste die Grundregel einleuchten, dass höhere Geschwindigkeit in Summe mehr Schadstoffausstoß und Kraftstoffverbrauch zur Folge hat und mehr Verletzte und Tote nach sich zieht.

Bewiesen ist: Wenn man das Geschwindigkeitsniveau flächendeckend reduzieren will, was gut ist für die Volksgesundheit, sind sehr hohe Strafen schon bei geringen Übertretungen notwendig (Schweiz und Skandinavien).

Enormer Ärger

Das löst enormen Ärger in vielen Wählerschichten aus, setzt aber auch exakte Mess- und Dokumentationsmethoden durch die Polizei voraus und hat kaum mehr Einnahmen aus Verkehrsstrafen zur Folge, weil sich das niemand mehr leisten kann oder will. (Rudolf Skarics, 12.1.2018)

  • Das Argumente-Geschwurbel des Innenministers erinnert an Stammtischdiskussionen.
    foto: christian fischer

    Das Argumente-Geschwurbel des Innenministers erinnert an Stammtischdiskussionen.

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