Lexus IS 300h: Wie man konsequent seinen eigenen Stil findet

19. Jänner 2018, 08:32
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In der Oberklasse hat sich, bis auf Audi, der Hinterradantrieb als das Maß der Dinge durchgesetzt. Am dynamischsten setzt Lexus das Konzept im IS um

Wien – Es ist an der Zeit, dass der Mensch sich sein Ziel stecke, ließ Nietzsche seinen Zarathustra die Rede vom letzten Menschen beginnen. Toyota hat das dahingehend beherzigt, als man bei der Lancierung der Marke mit dem LS 1989 den Weltmarktdominator bei Luxuslimos, die Mercedes S-Klasse, klar im Visier hatte. Zwei Nummern kleiner heißt das Maß der Dinge 3er-BMW, entsprechend orientierte sich der IS genau an diesem. Mit Hinterradantrieb und sogar mit extra entwickeltem Reihensechszylinder. Ein Schluckspecht vor dem Herrn, aber was für ein frischfreches Vergnügen.

foto: andreas stockinger
Verwegen designt bleibt der IS auch nach dem Facelift. Genau ins Gegenteil schlägt das Image, dank Hybrids nämlich in Richtung brav.

In der aktuellen dritten Generation gibt er sich beim Spritkonsum dank Hybridantriebs geradezu vorbildlich, da zeigt der IS dem 3er – jedenfalls bei einer leistungsmäßig vergleichbaren Otto-Motorisierung – im Realverbrauch, vor allem innerstädtisch, wo der Sumoringer den Most holt.

Bewährte Batterie

Statt Reihensechser findet sich im IS 300h F Sport ein konsequent auf Verbrauchseffizienz getrimmter 2,5-Liter-Reihenvierer mit 181 PS, in Kooperation mit dem Drehstrom-Synchronmotor (105 kW) ergibt sich eine Systemleistung von 223 PS. Bei der Batterie setzt man auf die altbewährte Nickel-Metallhydrid-Batterie. Sie ist unter dem Kofferraum verbaut, wodurch die Rückbank 60:40 umlegbar ist, allerdings nicht vom Kofferraum aus.

foto: andreas stockinger
Die böse Front.

Beim Kick-down heißt es Heulen mit den Wölfen, das ist nun mal ein Spezifikum der CVT-Getriebelösung bei Lexus im Hybrid-Fall. Und das Fahrwerk wirkt etwas knöchern, aber ganz und gar nicht unsympathisch abgestimmt. Für sich betrachtet. Im direkten Vergleich kommt es an die Geschmeidigkeit von BMW 3er, Mercedes C-Klasse oder neuerdings auch Jaguar XE nicht ganz heran.

foto: andreas stockinger
Die Heckansicht.

Beim Design hat Lexus einen eigenen Stil gefunden, der von Wagemut zeugt, ein grundsätzlich sympathischer Zug. Der IS sieht dabei ein bisserl aus wie ein Halbwüchsiger, der erst in seine Gesichtszüge hineinwachsen muss; oder wie die grimmigeren Versionen japanischer No-Masken; aber so konsequent umgesetzt, dass es in sich wieder stimmig ist. Die Ausstattungslinie F Sport bringt die gewünschte Schärfe dann besonders pointiert zum Ausdruck.

Kein Dreh und Drück

Assistenzsysteme und Infotainment? Da spielt der IS nach dem Facelift wieder vorne mit. Löblich ist auch die Trennung zwischen Bedien- und Sichteinheit in der Mittelkonsole, allein: Das Bediensystem mit dem komischen Eingabeknubbel bleibt gewöhnungsbedürftig. Warum nicht gleich ein simpler Dreh-Drück-Knopf wie bei der (deutschen) Konkurrenz?

foto: andreas stockinger
Der Innenraum des Lexus.

Ein originelles Detail gibt es bei den Hauptinstrumenten. Man vergisst ja gern, dass Lexus im LS vor etlichen Jahren als erster Hersteller Digitalinstrumente eingeführt hat, da haben alle anderen in der Hinsicht noch in die Windeln gemacht – inzwischen wird das zunehmend Standard. Im IS gibt es nun einen analogen Ring um das Hauptinstrument, der inklusive Digitalanzeige nach rechts wandert, wenn man links davon Navi- oder Verbrauchsinfos abruft. Ist der Infobedarf gedeckt, rückt der Ring wieder ins Zentrum. Typisch japanischer Spieltrieb. Sehr nett. (Andreas Stockinger, 19.1.2018)

foto: andreas stockinger

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