Bewegung im Kader der Wiener Austria

8. Jänner 2018, 14:41
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Tajouri hat ein Angebot aus den USA, Madl soll von Fulham kommen. Wohlfahrt geht von einem Holzhauser-Verbleib aus

Wien – Die Austria ist mit Neuzugang Stefan Stangl, Rückkehrer Patrizio Stronati und dem umworbenen Raphael Holzhauser ins Mannschaftstraining für die in einem Monat beginnende Frühjahrssaison eingestiegen. In Steinbrunn fehlte am Montag jedoch Ismael Tajouri, der in die Major League Soccer wechseln könnte. Der Flügelspieler hat bis Mittwoch Sonderurlaub bekommen.

Nachdem die Wiener am Wochenende sportmedizinische Tests absolviert hatten, versammelte Trainer Thorsten Fink seine Mannschaft südlich von Wien zur ersten Einheit. Nicht dabei waren die Langzeitverletzten Robert Almer und Christoph Martschinko. Auch der rekonvaleszente Heiko Westermann fehlte, er weilt zur Reha in Deutschland. Dominik Prokop und Petar Gluhakovic sind derzeit beim Bundesheer, sollen im Lauf der Woche aber dazustoßen.

Im Zentrum des Interesses stand in den vergangenen Tagen wieder Raphael Holzhauser. Der Spielmacher will seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern, die Gespräche liegen auf Eis. Holzhausers Berater brachte nun den türkischen Tabellenführer Basaksehir als künftigen Arbeitgeber ins Spiel. Der Istanbuler Klub soll dem 24-Jährigen einen lukrativen Vertrag vorgelegt haben, bei der Austria ist vorerst noch kein Angebot eingegangen.

Die Wiener wollen ihren Regisseur nur gegen eine siebenstelligen Ablösesumme ziehen lassen. Ob Basaksehir, das vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan unterstützt wird, sich das leisten kann, ist unsicher. "Ich gehe derzeit davon aus, dass Holzhauser im Frühjahr für uns spielt", sagt Austria-Sportdirektor Franz Wohlfahrt. "Bisher liegt nichts Konkretes auf dem Tisch."

Ein Abgang zeichnet sich indes bei Tajouri ab. Der Vertrag des Flügelspielers läuft ebenfalls zu Saisonende aus, er könnte den Klub aber jetzt schon verlassen. Wohlfahrt bestätigt Interesse aus den USA, in den kommenden Tagen könnte der Transfer des 23-Jährigen fixiert werden.

Neben Linksverteidiger Stangl, der von Red Bull Salzburg samt Kaufoption bis Sommer ausgeliehen wurde, und dem von einem leihweisen Engagement bei Mlada Boleslav zurückgekehrten Innenverteidiger Stronati könnte noch ein weiterer Akteur kommen. Gebastelt wird an einer Rückholung von Michael Madl. Der in der Stronach-Akademie ausgebildete Steirer steht beim englischen Zweitligisten Fulham unter Vertrag, absolvierte dort in dieser Saison aber noch keinen Ligaeinsatz. Die Austria will den 29-Jährigen offenbar nur ablösefrei oder gegen eine geringe Summe loseisen.

"Das Interesse ist da. Wir stehen in Verhandlungen", sagt Wohlfahrt. Große Sprünge dürfe man sich im Budget jedoch nicht erlauben. Madls Verpflichtung beeinflussen könnte, ob Westermann für das Frühjahr wieder voll fit wird. Der Deutsche laborierte im Herbst an einer Knorpelverletzung im Knie, er wird am kommenden Montag in Wien erwartet und soll am 18. Jänner ins Trainingslager auf Zypern mitfliegen. Sollte Westermann noch länger ausfallen, bietet sich mit Madl eine mehr als adäquate Alternative.

Im Mittelfeld will die Austria aktuell nicht nachbessern. Bleibt Holzhauser, gebe es dafür keinen Grund, so Wohlfahrt. Mit Alexander Grünwald kehrt eine im Herbst großteils ausgefallene Stammkraft zurück. Der Mittelfeldmann soll wie Florian Klein ab nächster Woche ins normale Training integriert werden. Tajouris Abgang könnte man intern nachbesetzen, da auch Lucas Venuto seinen Kreuzbandriss wieder voll ausgeheilt hat.

Sportlich wollen die Favoritner den missglückten Herbst vergessen machen. Als Tabellensechster liegt die Austria fünf Punkte hinter Platz vier. Der reicht zur Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League. "Ich habe ein gutes Gefühl. Wir haben neue Spieler dabei, schön langsam kommen auch die Verletzten zurück, und damit gibt es auch wieder mehr Alternativen", sagt Trainer Fink. Zum Frühjahrsstart wartet am 4. Februar das Derby bei Rapid. (APA, red, 8.1.2018)

  • Die Violetten haben einen schwierigen Herbst hinter sich.
    foto: apa/neubauer

    Die Violetten haben einen schwierigen Herbst hinter sich.

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