Salzburger soll 150.000 Euro von Schrottfirma abgezweigt haben

    8. Jänner 2018, 13:00
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    Der 47-jährige Ex-Mitarbeiter beteuert vor Gericht seine Unschuld, der Prozess wurde vertagt

    Salzburg – Ein Salzburger soll als Angestellter eines Schrott- und Metallhändlers durch gefälschte Kassenbelege mehr als 150.000 Euro Bargeld abgezweigt haben. Der 47-Jährige, der seine Unschuld beteuert, musste sich am Montag wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Urkundenfälschung vor einem Schöffengericht in Salzburg verantworten. Der Prozess wurde zur Einvernahme von Zeugen auf 19. Februar vertagt.

    Belege für fiktive Personen

    Der Angeklagte war bei dem Tennengauer Unternehmen unter anderem für das Wiegen der angelieferten Ware und die Datenerfassung der Kunden ins EDV-System tätig. Je nach Gewicht des Schrotts erhielten die Kunden einen Geldbetrag ausbezahlt. Hier soll der Beschuldigte getrickst haben: Im Zeitraum von 1. Jänner 2011 bis 8. September 2014 soll er für fiktive Personen Kassenbelege ausgestellt und das Bargeld für sich selbst aus der Kasse genommen, also gestohlen haben.

    Auf die Frage der vorsitzenden Richterin am Landesgericht Salzburg, Martina Pfarrkirchner, warum von ihm eingetragene Kfz-Kennzeichen gar nicht existierten und so viele Kunden mit falschen Kennzeichen angeführt waren, antwortete der nunmehrige Ex-Mitarbeiter, er habe nach "Kundenwunsch" abgerechnet. "Mir persönlich war es egal, was der sagt, das Material war ja da." Einige Kunden hätten nicht mit ihrem richtigen Kennzeichen aufscheinen wollen, aus Angst vor dem Finanzamt, "weil sie sich etwas dazuverdient haben".

    Eigene Geschäfte

    Die Vorsitzende konfrontierte den Beschuldigten noch mit belasteten Aussagen eines damaligen Arbeitskollegen. Dieser hatte gestanden, dass er für Kleinanlieferungen selbst Kassenbelege fälschte. Dies habe auch der 47-jährige Salzburger getan, der habe sogar als erster die Idee dazu gehabt. "Ich weiß nicht, was er sich davon verspricht", entgegnete der Angeklagte. In das EDV-System hätten auch andere Mitarbeiter Zugang gehabt. Die Passwörter seien auf den Bildschirmen aufgeklebt gewesen, zudem habe es einen Ordner mit Passwörtern gegeben, "das haben alle Mitarbeiter gewusst". Manipulationen von Kollegen habe er aber nicht bemerkt, erklärte er.

    Der Salzburger fand auch eine Erklärung dafür, warum im angeklagten Zeitraum insgesamt 61.000 Euro bar auf sein Konto einbezahlt wurden. Er habe nebenbei Schrott angekauft und mit fahrenden Händlern, etwa aus Polen oder Tschechien, Geschäfte gemacht. Für den vermittelten Schrott, den "seine" Firma nicht mehr angenommen habe, habe er Provisionen zu jeweils 100 oder 150 Euro erhalten. Dem nachhakenden Staatsanwalt Alexander Winkler konnte er allerdings weder Namen noch Telefonnummern von diesen Händlern nennen. "Ich weiß die Namen nicht mehr." Allein die Staatsanwaltschaft hat 14 Zeugen beantragt, die alle befragt werden sollen. (APA, 8.1.2018)

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