San Francisco: Start-up vermietet Wohnzimmer als Miniwohneinheiten

    12. Jänner 2018, 07:19
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    Die Mieten sind in der Metropole so hoch, dass sich ein Start-up darauf spezialisiert hat, unleistbare Wohnungen in kleinere Einheiten zu unterteilen. Teuer sind die immer noch

    In San Francisco eine leistbare Wohnung zu finden ist so gut wie unmöglich. Die Mieten in der 870.000-Einwohner-Stadt sind so hoch wie fast nirgends sonst im Land. Die Durchschnittsmiete für eine Singlewohnung liegt hier, je nach zurate gezogener Preisstatistik, bei 3.000 Dollar im Monat – oder darüber.

    Zwar zeichnete sich im Vorjahr erstmals seit langem eine Verlangsamung des Aufwärtstrends bei Wohnungspreisen ab, die Wohnungsnot ist aber bei Geringverdienern ungebrochen. Das bietet findigen Unternehmern viel Raum für Ideen. Das Start-up Homeshare zum Beispiel mietet seit Unternehmensgründung 2016 Wohnungen in Luxuswohnbauten an und unterteilt sie dann in kleinere Einheiten.

    Pool und Dachterrasse

    Aus einer Wohnung mit zwei Schlafzimmern, die sich Normalverdiener niemals leisten könnten, wird also beispielsweise eine Wohnung für drei Bewohner, indem das Wohnzimmer mittels einfacher Trennwände zu einem weiteren Schlafzimmer umgebaut wird. Die Miniwohneinheiten sind mindestens elf Quadratmeter, die Wohnungen mindestens 92 Quadratmeter groß, heißt es vonseiten des Unternehmens.

    Ein Doppelbett, ein Nachtkästchen und eine Kommode sollten in den einzelnen Wohnbereichen also Platz haben, wird auf der Webseite versprochen. Wie viel Platz in einem solchen Wohnumfeld für Privatsphäre bleibt, ist natürlich fraglich.

    Das Unternehmen selbst sieht das naturgemäß etwas anders: So sollen sich junge Menschen auch das Wohnen in teuren Wohngegenden leisten können, heißt es dort. Fitnessstudios gibt es in allen angebotenen Wohnhäusern, teilweise sogar Swimmingpools und Dachterrassen. Auch das Matchen mit den passenden Mitbewohnern wird von Homeshare übernommen.

    San Francisco, Silicon Valley, New York

    Die Preise für das Wohnen im Wohnzimmer sind für österreichische Verhältnisse freilich immer noch beachtlich: Ein Platz im Wohnzimmer einer Wohnung im Wohnprojekt "Abaca" im Stadtteil Dogpatch ist aktuell ab 1.125 Dollar pro Monat (knapp 940 Euro) zu haben. Ein eigenes Zimmer kommt dort schon auf 1.500 Dollar, 1.700 Dollar kostet es aktuell, wenn man auch ein privates Badezimmer will. Aktuell sind auch Zimmer im Wolkenkratzer 340 Fremont Street zu haben.

    Laut Unternehmensangaben wurden so in San Francisco, Silicon Valley und New York City seit der Unternehmensgründung 2016 schon Wohnungen an hunderte Mieter vermittelt. 30.000 Bewerbungen soll es allein aus der Bay Area rund um San Francisco gegeben haben. Am stärksten seien, wohl aus Kostengründen, die umfunktionierten Wohnzimmer nachgefragt.

    Aufs Wohnen setzen längst auch andere Start-ups: Der Co-Working-Anbieter Wework hat in New York und Washington mittlerweile mit der Sparte Welive auch Co-Living-Konzepte für die Millennials im Angebot: "Wir sind nur so gut wie die Menschen, mit denen wir uns umgeben", heißt es auf der Homepage. (zof, 12.1.2018)

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