Junge VP fragt: "Unser Burgenland – ein Land zum Sterben?"

    8. Jänner 2018, 10:57
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    Junge Volkspartei thematisiert Überalterung und Abwanderung Jüngerer im Burgenland – SPÖ verärgert

    Eisenstadt – Die JVP will sich heuer besonders mit den Herausforderungen der Überalterung im Burgenland und der Abwanderung junger Menschen beschäftigen, kündigte Landesobmann Patrik Fazekas am Montag in Eisenstadt an. Unter der provokant gewählten Fragestellung "Unser Burgenland – ein Land zum Sterben?" wolle man versuchen, Lösungsansätze für die Generationenfrage zu entwickeln.

    Prognosen zeigten, dass bis zum Jahr 2100 mehr als 350.000 Menschen das Burgenland bevölkern werden, erläuterte Fazekas. Rund 40 Prozent davon seien dann älter als 65 Jahre. Der Anteil der 20- bis 45-Jährigen werde hingegen sinken.

    Von den Auswirkungen dieser Entwicklung seien die Gemeinden am stärksten betroffen. Ansatzmöglichkeiten sieht Fazekas etwa bei der Familienfreundlichkeit, die immer mehr zum Wirtschafts- und Standortfaktor werde. Die JVP will zu dem Thema Diskussionen und Expertenrunden veranstalten. Auf einer Landeskonferenz soll im Herbst ein Programm beschlossen werden "mit dem Zugang, dass das Burgenland ein Land zum Leben sein soll – und das für alle Generationen", stellte Fazekas fest.

    Mit dem 22-jährigen Sebastian Steiner aus Illmitz, der Julia Wagentristl nachfolgt, bekam die JVP Burgenland einen neuen Landesgeschäftsführer. Steiner übt diese ehrenamtliche Funktion gemeinsam mit dem 2015 bestellten Dominik Reiter aus.

    Die Junge Volkspartei habe im Burgenland knapp 3.300 Mitglieder, erläuterte Reiter. Nach der Kommunalwahl im Oktober 2017 waren 274 von 1.364 ÖVP-Gemeinderäten jünger als 35 Jahre, berichtete Fazekas. Auch sechs Ortschefs und acht Vizebürgermeister gehörten entsprechend der ÖVP-Sichtweise zur jugendlichen Altersgruppe.

    SPÖ reagiert verärgert

    Die SPÖ Burgenland reagierte umgehend – mit Verärgerung: SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax ortete in der Fragestellung "Unser Burgenland – ein Land zum Sterben?", mit der auf das Thema aufmerksam gemacht werden soll, Polemik sowie einen "Angriff auf alle Menschen im Burgenland".

    JVP-Landeschef Fazekas attackiere mit seinen Äußerungen "alle Burgenländer, die jahrelang unser Land aufgebaut haben", so Dax. Der SPÖ-Politiker verwies unter anderem auf einen "noch nie da gewesenen Beschäftigungsrekord, hervorragende Wirtschaftsdaten" und eine immer niedrigere Arbeitslosigkeit. "Wir schaffen die Rahmenbedingungen für alle Generationen. Gemeinsam werden wir auch die Herausforderungen der Zukunft bewältigen", stellte Dax fest. (APA, 8.1.2018)

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