Dujmovits nach "Traumfinale" in Lackenhof Zweite

    5. Jänner 2018, 15:44
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    Olympiasiegerin musste sich nur der überragenden Tschechin Ledecka geschlagen geben – Payer Dritter bei Herren, Pech für Karl

    Lackenhof – Der Snowboard-Heimweltcup in Lackenhof hat zwei Podestplätze für Österreich gebracht. Julia Dujmovits musste sich am Freitag im Parallel-Riesentorlauf (PGS) erst im "Traumfinale" der überragenden Tschechin Ester Ledecka geschlagen geben und wurde Zweite. Bei den Herren belegte Alexander Payer Platz drei, Benjamin Karl scheiterte beim Comeback nach Verletzung hauchdünn in der Qualifikation.

    War für Payer Rang drei eine Bestätigung für den Sieg in Cortina, sprach Dujmovits vier Wochen vor Olympiabeginn von einer Art "Befreiung". "Mir fällt ein bissl ein Stein vom Herzen. Mein Saisonstart war nicht so optimal. Ich habe die letzten Monate aber viel an mir gearbeitet, jetzt steht ein Top-Ergebnis auf der Liste", freute sich die Burgenländerin, die 2014 in Sotschi Gold im Slalom geholt hatte.

    Olympia-Board für den PGS

    Dieser Bewerb steht in Südkorea nicht mehr auf dem Programm. Deshalb hat sich die 30-Jährige sogar ein eigenes Olympia-Board für den PGS in Bokwang bauen lassen. Auf genau diesem Brett carvte sie in Lackenhof auf Platz zwei, bezog die einzige Niederlage im Finale gegen Ledecka.

    "Auch sie ist schlagbar", beharrte Dujmovits, die alle ihre Läufe auf dem schnelleren gelben Kurs gewonnen hatte und erst von Ledecka auf dem roten Kurs gezwungen worden war. "Ester kann es sich als Quali-Schnellste immer bis zum Schluss aussuchen. Ziel muss also sein, in der Quali stärker zu sein", so Dujmovits.

    Konkurrentinnen deutlich distanziert

    Ledecka war auch bei ihrem dritten PGS-Saisonsieg eine Klasse für sich. Im Finale fertigte das auf einem 1,85er-Herrenboard fahrende Multitalent aus Prag, das auch im Ski-Weltcup startet, bis auf Dujmovits alle Konkurrentinnen um über zwei Sekunden ab. Die Österreicherin blieb 1,13 Sek. hinter der Siegerin.

    "Es hat richtig Spaß gemacht. Ich fühle mich derzeit einfach so gut und ich hoffe, das bleibt so", sagte Ledecka.

    Karl und Prommegger früh raus

    Bei den Herren war der Vormittag vom knappen Aus von Benjamin Karl in der Qualifikation geprägt. Nur vier Wochen nach seiner schweren Fußverletzung scheiterte der Niederösterreicher beim Comeback hauchdünn als 17. und um nur 18/100 am 16er-Finale.

    Andreas Prommegger scheiterte schon in Runde eins, allerdings ist der aktuelle Doppel-Weltmeister schon die ganze Saison von einem Leistenbruch gehandicapt. "Snowboarden ist kein Problem. Ich hoffe es geht sich ohne Operation aus", sagte der Salzburger.

    Der Steirer Sebastian Kislinger wurde Achter, stärkster ÖSV-Fahrer ist derzeit aber ganz klar Alexander Payer. "Es könnte schlechter sein. Ich habe mich im GS konstant entwickelt", bestätigte der Kärntner.

    Auch ÖSV-Snowboard-Chef Christian Galler war zufrieden. "Zwei Podestplätze bei Heimrennen sind immer ein Traum, auch die Mannschaftsleistung war sehr in Ordnung", meinte Galler. "Alle Nationen sind vor Olympia schon top vorbereitet, wir gehören dazu. Wir haben ein starkes Team und wenn Julia alle vier Jahre so abliefert, bin ich zufrieden." (APA, 5.1.2018)

    Snowboard-Weltcup, Parallel-Riesentorlauf vom Freitag:

    DAMEN: 1. Ester Ledecka (CZE) – 2. Julia Dujmovits (AUT) – 3. Ladina Jenny (SUI) – 4. Jekaterina Tudegeschewa (RUS) – 5. Selina Jörg – 6. Carolin Langenhorst (beide GER). Weiter: 11. Ina Meschik – 12. Claudia Riegler. In Qualifikation out: 20. Jemima Juritz – 23. Sabine Schöffmann. In Qualifikation nicht im Ziel: Daniela Ulbing (alle AUT)

    Stand Parallel-Weltcup: 1. Ledecka 3.290 Punkte – 2. Schöffmann 1.900 – 3. Jörg 1.750. Weiter: 6. Dujmovits 1.520 – 11. Riegler 1.072 – 12. Meschik 1.030 – 14. Ulbing 940

    HERREN: 1. Nevin Galmarini (SUI) – 2. Rok Marguc (SLO) – 3. Alexander Payer (AUT) – 4. Zan Kosir (SLO) – 5. Andrej Sobolew (RUS) – 6. Masaki Shiba (JPN). Weiter: 8. Sebastian Kislinger – 13. Andreas Prommegger – 16. Lukas Mathies. In der Qualifikation out: 17. Benjamin Karl – 30. Johann Stefaner – 35. Fabian Obmann – 46. Arvid Auner – 52. Aron Juritz – 58. Lukas Schneeberger (alle AUT)

    Stand Parallel-Weltcup: 1. Galmarini 2.660 – 2. Roland Fischnaller (ITA) 2.510 – 3. Sobolew 1.890 – 4. Payer 1.780. Weiter: 10. Prommegger 1.000 – 14. Kislinger 920 – 21. Mathies 586 – 38. Karl 140

    • Julia Dujmovits freut sich über ihr "Topergebnis".
      foto: apa/expa/sebastian pucher

      Julia Dujmovits freut sich über ihr "Topergebnis".

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