Leiner-Flagship-Store auf Wiener Mariahilfer Straße an Benko verkauft

5. Jänner 2018, 16:28
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Kanzler Kurz und Justizminister Moser sollen dem Magazin "Trend" zufolge in Aktion eingebunden gewesen sein

Wien / St. Pölten – Der Bilanzskandal beim Kika/Leiner-Eigentümer Steinhoff hat bereits deutliche Auswirkungen in Österreich. Steinhoff hat den Leiner-Flagship-Store auf der Wiener Mariahilfer Straße an den Tiroler Immobilienmilliardär René Benko verkauft, um zu Geld zu kommen, berichtete das Magazin "Trend" Freitagmittag online. Der Deal sei über ein Vorkaufsrecht am 29. Dezember im Grundbuch eingetragen worden.

Die Vertragsunterzeichnung mit dem neuen Eigentümer habe noch am selben Tag stattgefunden, sei aber noch nicht am Bezirksgericht hinterlegt worden, schreibt "Trend".

Antragssteller ist laut Auszug aus dem Grundbuchregister, der der APA vorliegt, eine "Laura Daphne GmbH". Stifter der Laura-Privatstiftung sind René und Ingeborg Benko. Ein Benko-Sprecher war vorerst auf Anfrage nicht erreichbar.

Marktbeobachter erwarten, dass in den nächsten zehn Tagen noch intensiv an verschiedenen Fronten verhandelt werde, um die Liquidität von Kika/Leiner zu sichern.

Kurz in Rettungsaktion eingebunden

Sogar Kanzler Sebastian Kurz und Justizminister Josef Moser sollen in die Rettungsaktion eingebunden gewesen sein, schreibt das Magazin. Der Termindruck vor dem für die Rettungsaktion bilanztechnisch wichtigen Jahreswechsel wäre offenbar sonst nicht bewältigbar gewesen.

Zu diesem Zeitpunkt mussten auch die Löhne und Gehälter von fast 6.000 Beschäftigten in Österreich bezahlt werden. Bei der Auszahlung der Dezembergehälter soll es zu einer Verspätung von einigen Tagen gekommen sein, hieß es aus Mitarbeiterkreisen.

"Leicht erhöhtes Risiko"

Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) sieht bei Kika/Leiner ein "leicht erhöhtes Risiko" und empfiehlt Lieferanten der Möbelkette, vorübergehend nicht unbesichert auf offene Rechnung zu liefern.

Auch unter den Kunden soll es vermehrt Anfragen geben, ob bereits getätigte Anzahlungen sicher seien. Österreich-Chef Gunnar George versicherte im APA-Gespräch, dass die Anzahlungen der Kunden auf einem Treuhandkonto liegen.

An der Gebäudenutzung ändert sich vorerst nichts. "Kika/Leiner hat für das Haus einen bestehenden Mietvertrag bis zum Jahr 2030", so Firmensprecherin Sonja Felber. "Für unsere Kunden bleibt alles, wie es ist." Der Verkauf sei Teil der Restrukturierung des Kika/Leiner-Eigentümers Steinhoff.

Ein Bilanzskandal und der darauffolgende Aktienabsturz erschüttern seit Anfang Dezember den deutsch-südafrikanischen Möbelriesen mit zuletzt 13,5 Milliarden Euro Jahresumsatz. Nach dem Auffliegen von Bilanzunregelmäßigkeiten mussten der Steinhoff-Vorstandsvorsitzende, der Aufsichtsratschef und der Finanzvorstand ihre Posten räumen. Derzeit laufen Gespräche mit den Gläubigerbanken, um die Liquidität des Möbelkonzerns zu sichern.

Ob Benko an weiteren Leiner/Kika- oder Steinhoff-Immobilien interessiert ist, wollte ein Signa-Sprecher am Freitag nicht kommentieren. (APA, 5.1.2018)

  • Artikelbild
    foto: apa/hans punz
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