NSA in der Krise: Hunderte Hacker kündigten beim US-Geheimdienst

    4. Jänner 2018, 08:25
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    Zu niedrige Bezahlung, eine paranoide Arbeitskultur und Umstrukturierungen sorgen für einen Exodus beim US-Geheimdienst

    Die National Security Agency (NSA) schlittert in eine neue Krise. In den vergangenen Monaten sollen hunderte Hacker und IT-Mitarbeiter in die Privatwirtschaft gewechselt sein. Laut einem Bericht der Washington Post befürchtet man bei den US-Geheimdiensten sogar, dass unter den massenhaften Kündigungen die nationale Sicherheit leiden könnte. Insgesamt arbeiten bei der NSA über 21.000 Menschen, die Organisation gilt als wichtigster Lieferant von geheimen Informationen für die US-Regierung.

    Abteilungen sollen kooperieren

    Die NSA hat mannigfaltige Aufgaben: Sie überwacht elektronische Kommunikation, bricht in fremde Netzwerke ein, soll aber auch die IT-Infrastruktur der US-Behörden beschützen. NSA-Chef Mike Rogers hat in den vergangenen Monaten versucht, eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen zu erreichen. Das soll aber zu einem neuerlichen Verlust an Arbeitsmoral geführt haben.

    Gehalt

    In der Privatwirtschaft lockt ein höheres Gehalt. Gerade talentierte Hacker sind gefragt. Doch das war schon immer so, ist also keine Erklärung für den aktuellen Exodus. Laut Insidern soll vor allem ein paranoides Klima innerhalb der NSA für Probleme sorgen. Der Geheimdienst wurde in den vergangenen Jahren von Leaks erschüttert. Das fing 2013 mit Edward Snowden an, der die globale Überwachungsmaschinerie der USA enthüllte.

    Whistleblower

    Darauf folgten eine Reihe weiterer Whistleblower oder unvorsichtiger Mitarbeiter, die selbst gehackt wurden. So gelangten etwa NSA-eigene Cyberwaffen ins Netz. Das führte dazu, dass die Arbeitsbedingungen verschärft wurden, was wiederum Mitarbeiter frustrierte. Ein ehemaliger hochrangiger NSA-Abteilungsleiter sprach gegenüber der Washington Post von einer "Periode erhöhter Anspannung".

    Der US-Geheimdienst hat zwar keine Probleme damit, neue Arbeitskräfte zu finden; diesen fehlt aber oft die Erfahrung oder das Talent der früheren Mitarbeiter. Es sieht nicht so aus, als ob NSA-Chef Mike Rogers die Krise in seiner Amtszeit beenden kann. Rogers soll seine Pensionierung für Frühling 2018 planen. Der von US-Präsident Donald Trump dann ausgewählte Nachfolger startet also in einer schwierigen Situation. (red, 4.1.2018)

    • Die NSA hat Schwierigkeiten, talentiertes Personal zu halten
      foto: ap/semansky

      Die NSA hat Schwierigkeiten, talentiertes Personal zu halten

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