Wie lange haben wir noch? Eine Frage und ein Appell

    Userkommentar3. Jänner 2018, 14:39
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    Eine herausragend klare Diskussionssendung wirft Fragen auf: wie können die aktuellen Themen der Wissenschaft und ihre Bedeutung allgemein verständlich dargestellt werden? Was sind die entscheidenden Themen? Was hat Wissenschaft bis hin zur Grundlagenforschung mit uns zu tun? Und: wie lange haben wir noch?

    Noch sechs Tage kann man diese Sendung nachhören: Punkt eins, die Mittagsdiskussionssendung von Ö1 mit Gast Klement Tockner, dem Direktor des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Es ging um die Dunkelheit, die wir mit immer mehr Licht erhellen, und um weitere Veränderungen, die die Menschheit am Raumschiff Erde vornimmt. Gegen Schluss fragte Moderator Philipp Blom, warum die Wissenschaft und ihre Erkenntnisse in der Bevölkerung so wenig ankommen. Vielleicht, weil es zu wenig Berichte und Sendungen gibt wie diese: in denen Themen der Wissenschaft in verständlicher Sprache dargestellt werden. So, dass ihre Bedeutung erlebbar wird und Fragen beantwortet werden, die Laien in den Sinn kommen. Für mich war diese Sendung gestern ein Höhepunkt in Ö1, im generell hohen Anspruch des Senders.

    Ausgehend von der "Lichtverschmutzung" und der Bedeutung von Dunkelheit, wurden weitere Bereiche der Wissenschaft beleuchtet, immer mit ihrer Bedeutung für die Natur, in einer seltenen Kombination von Ruhe, Verständlichkeit und Aktualität. Es ging um die entscheidenden Fragen, die wir jetzt lösen müssen, bis hin zur Grundlagenforschung. Wie lange haben wir noch – auf dem derzeit "herrschenden" Weg? Bis wann wird es zu einer Umkehr, zu einem Paradigmenwechsel und zu mehr Sensibilität für die Natur kommen? In der Sendung wurde von einem Jahrzehnt oder mehr gesprochen.

    Vom Umgang mit Energie

    Hier meine Frage und mein Appell: wollen wir diese Erkenntnis wirklich noch aufschieben? So lange, bis es für alle erkennbar nicht mehr anders geht? Das wird schon in diesem oder spätestens im nächsten Jahr der Fall sein. Denn der Notfall ist, denke ich, längst eingetreten: nach den Felsstürzen, dem Abbrechen von Eis in der Arktis, Tälern in denen sämtliche Olivenbäume vertrocknen, den Brandkatastrophen, bei denen auf Highways fahrende Menschen in spontan auftretenden Feuern umkommen, keine Rettung mehr möglich. Berichtet in doppelseitigen Farbfotos in höchster Auflagenstärke. Man betrachte diese beiden Kurven: die Verbrennung der fossilen Brennstoffe seit 1900, und jene des globalen Temperaturanstiegs im gleichen Zeitraum: sie gleichen einander, und es sind Exponentialkurven!

    Muss wirklich eine noch größere Katastrophe kommen? Spätestens diese wird, wenn nicht vorher ein "Wunder" geschieht, zum Umdenken führen, zu einem vollkommen anderen Umgang mit Energie. Wir Österreicher und Österreicherinnen können das, haben es schon einmal erlebt und produktiv genutzt, wir waren grüne Vorreiter auf manchen Gebieten. Mein Appell: Werden wir diesmal früher aktiv als andere! Wann, wenn nicht jetzt? (Rudolf Schwarz, 3.1.2018)

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      foto: reuters/russell cheyne

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