Bundesheer soll Microsoft-Raubkopien verwendet haben

    2. Jänner 2018, 09:35
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    Republik soll siebenstellige Summe nachgezahlt haben

    Das österreichische Bundesheer soll bis 2007 tausende Arbeitsrechner mit Microsoft-Produkten ausgestattet haben, für das es keine gültigen Lizenzen hatte. Das geht aus einer E-Mail hervor, die ein Microsoft-Mitarbeiter damals an das Verteidigungsministerium versandte. Laut Insidern soll die Republik eine "siebenstellige Summe" nachgezahlt haben, Microsoft selbst hatte 3,8 Millionen Euro für die unlizenzierten Produkte verlangt. Das berichtet die Investigativplattform Dossier, die den Fall in der Puls-4-Sendung "Bist du deppert" am Dienstag präsentiert.

    "Umfangreiches Genehmigungsverfahren"

    Das Verteidigungsministerium wollte sich zu den konkreten Vorwürfen nicht äußern. "Die Lizenzbeschaffungen unterliegen einem umfangreichen Genehmigungsverfahren", hieß es. Der "Vorwurf der massiven Unterlizenzierung" könne in der "dargestellten Form nicht nachvollzogen werden, die Behauptungen liegen auch schon sehr viele Jahre zurück", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bezüglich des Dossiers.

    Auch nach dem Deal mit Microsoft soll es zu Problemen gekommen sein. So stellte das Bundesheer angeblich erst 2015 auf neue Windows-Versionen um, obwohl Microsoft den Support für alte Systeme bereits ein Jahr vorher beendet hatte. DER STANDARD hatte schon 2014 berichtet, dass Rekruten noch immer in Windows-XP-Systemen geschult werden.

    Open-Source-Strategie

    Ein Grund dafür war offenbar, dass das Bundesheer eine Open-Source-Strategie verfolgte. So hätte statt Microsoft Office die Software Star Office von Sun Microsystems verwendet werden sollen. Doch das Unternehmen wurde gekauft, Star Office eingestellt. Jetzt will man aber zeitnaher updaten – heuer soll der Sprung auf Windows 10 erfolgen. (red, 2.1.2018)

    • Das Bundesheer soll eine siebenstellige Summe für Microsoft-Lizenzen nachgezahlt haben.
      foto: bundesheer/karlovits

      Das Bundesheer soll eine siebenstellige Summe für Microsoft-Lizenzen nachgezahlt haben.

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