Hacken im "Tatort": "Mord ex Machina" top oder Flop?

    Ansichtssache1. Jänner 2018, 17:04
    124 Postings

    Tücken der Digitalisierung: Das Fahrzeug auf Autopilot gerät aus der Spur. Zunächst deutet alles auf Selbstmord. Devid Striesow ermittelt in Saarbrücken

    Zunächst sieht alles nach Selbstmord aus. Ein autopilotiertes Fahrzeug ist vom Parkdeck einer Firma gerast. Im Auto befindet sich die Leiche des Justiziars der Firma. Aber dann erfährt Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink, dass die Computer der Firma, die auf das Sammeln von digitalen Daten spezialisiert ist, in der gleichen Nacht gehackt worden sind und die fehlenden Daten das selbstfahrende Auto betreffen. Folge 1041 der Reihe läuft um 20.15 Uhr in der ARD, der ORF unterhält mit einer Folge von "Das Traumschiff".

    foto: sr/manuela meyer

    Eher skeptisch sieht Dominik Kamalzadeh auf derStandard.at den Fall: "Wäre da nicht Kommissar Stellbrink, das Ganze würde in seiner zusammengeklauten Überambitioniertheit lachhaft wirken. Doch Stellbrink, den Devid Striesow mit dem sympathischsten Polizistenlächeln seit Karl Malden versieht, geht es wie dem Zuschauer. Und das rettet auch diesen Tatort. Stellbrink nervt es gewaltig, dass die Regeln der Ermittlungskunst schon dadurch erschwert werden, dass Spuren im Digitalen schlecht auffindbar sind; vor allem dann, wenn man von Proxyservern nicht so viel versteht.

    1
    foto: sr/manuela meyer

    "Einige starke Momente" sah Christian Buß auf spiegel.de, insgesamt fällt seine Bilanz aber wenig positiv aus: "Jeder zarte Anflug von Modernität geht hier am Ende in einem dösigen Digital-Pessimismus unter. Parallel zur "Tatort"-Ausstrahlung am Neujahrsabend feiert Heide Keller ihren Abschied als Chefstewardess Beatrice beim ZDF-"Traumschiff". Möglicherweise das gesellschaftlich relevantere Ereignis."

    2
    foto: sr/manuela meyer

    Sylvia Staude analysiert auf welt.de: "Auch diesmal fehlt es an Originalität, nicht zuletzt in den Dialogen. Auch diesmal wird nach einem Buch von Hendrik Hölzemann und David Ungureit unter dem Titel "Mord Ex Machina" keine überraschende Karte aufgedeckt, kein verblüffender Haken geschlagen. Stellbrink bekommt es mit einem selbstfahrenden Auto (und also mit unsympathischen Computerfuzzis wie Software-Entwicklern und Hackern) zu tun. Und während er ermittelt, sagt der Kommissar Sachen wie ,Scheißcomputer!' und lässt sich ,’ne ganz analoge Pinzette' geben. Dieses Witzchen muss dann reichen bis zu dem vom ,todsicheren Auto'."

    Und wie sehen Sie den "Tatort"? Top oder Flop? (red, 1.1.2018)

    3
    Share if you care.