Friedensnobelpreisträgerin Ebadi erwartet Ausweitung von Iran-Demos

    31. Dezember 2017, 12:26
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    Exil-Iranerin hält eine große Protestbewegung wie im Jahr 2009 für möglich

    Rom – Die Demonstrationen im Iran sind nach Einschätzung der Exil-Iranerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi möglicherweise "der Beginn einer großen Protestbewegung". Diese Bewegung könnte weit stärker werden als die Massenproteste von 2009, sagte Ebadi der italienischen Zeitung "La Repubblica" am Sonntag.

    "Ich glaube, dass die Demonstrationen nicht so schnell zu Ende gehen werden. Ich habe den Eindruck, dass wir den Beginn einer großen Protestbewegung erleben", hob die in London im Exil lebende Iranerin hervor.

    Schwere Wirtschaftskrise

    Im Iran gibt es seit Tagen landesweit Proteste, die sich anfangs gegen Preissteigerungen und die hohe Arbeitslosigkeit richteten, dann aber auch gegen die Regierung. Im Iran gebe es "eine sehr schwere Wirtschaftskrise" und weitverbreitete Korruption, sagte Ebadi dazu. Das Ende der Sanktionen der westlichen Länder gegen den Iran infolge des Atomabkommens habe nicht die erhofften Verbesserungen für die Bevölkerung gebracht. Hinzu komme, dass viel Geld in die Rüstung fließe.

    "Die jungen Leute sind am meisten enttäuscht", sagte Ebadi mit Blick auf hohe Arbeitslosigkeit und Korruption. Die Juristin verwies zudem auf die Zensur, die überall spürbar sei. Der Abstand zwischen Arm und Reich in dem Land sei "erschreckend". Diese Kluft sei in den vergangenen Jahren immer größer geworden, unterstrich die Friedensnobelpreisträgerin von 2003. All dies sei die Wurzel der Proteste.

    Größte Demonstration seit 2009

    Es handelt sich um die größten Demonstrationen im Iran seit der Protestbewegung 2009 gegen die Wiederwahl des damaligen Hardliner-Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Die Proteste wurden damals gewaltsam unterdrückt. (APA, 31.12.2017)

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