Umweltschutzmaßnahmen drücken Chinas Industrie-Wachstum

31. Dezember 2017, 10:35
10 Postings

Auch Maßnahmen gegen eine mögliche Immobilienblase schlagen sich nieder

Peking – Umweltschutzmaßnahmen und ein sich abschwächender Immobilienmarkt schlagen sich auf die chinesische Wirtschaft nieder. Die Industrie verlangsamte ihr Wachstumstempo im Dezember leicht. Der am Sonntag veröffentlichte offizielle Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe sank auf 51,6 Punkte von 51,8 Punkten im November.

Damit blieb das Barometer aber immer noch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und das den 18. Monat in Folge. Der Dienstleistungssektor zeigte sich unterdessen robust: Hier erhöhte sich der Einkaufsmanager-Index auf 55 Punkte von 54,8 Punkten im Monat zuvor. Die Dienstleistungsbranche steht für mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung in der Volksrepublik.

"Guter Grundstein für 2018"

"Die Wirtschaftsentwicklung 2017 ist weiterhin beständig und gut und legt einen guten Grundstein für 2018", erklärte die für die Daten zuständige Behörde. Insidern zufolge erwartet die chinesische Regierung im kommenden Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um die 6,5 Prozent. 2016 war die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt um 6,7 Prozent gewachsen – so langsam wie seit gut einem Vierteljahrhundert nicht mehr. In den ersten drei Quartalen des heurigen Jahres lag das Plus bei 6,9 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen bisher für 2018 mit einem Rückgang auf 6,4 Prozent, da die staatlichen Maßnahmen gegen die Gefahren einer Immobilienblase die Konjunktur belasten dürften.

Die ersten Effekte zeigen sich bereits in den letzten Monaten, die Konjunktur schwächt sich leicht ab. Zudem geht die Regierung in Peking massiv gegen Umweltverschmutzung vor allem in Industrieregionen im Norden des Landes vor. Stahlproduzenten in 28 Städten müssen auf Anordnung der Regierung zwischen Mitte November und Mitte März ihre Produktion drosseln. Das führt zu Engpässen und höheren Preisen. Des Weiteren soll bei der Energiegewinnung von Kohle auf Gas umgestellt werden. (APA, Reuters, 31.12.2017)

  • Radfahrer sind in China aufgrund der hohen Luftverschmutzung oft gezwungen einen Mundschutz zu tragen.
    foto: reuters/aly song

    Radfahrer sind in China aufgrund der hohen Luftverschmutzung oft gezwungen einen Mundschutz zu tragen.

Share if you care.