Russische Tanker versorgten Nordkorea mit Öl

30. Dezember 2017, 16:10
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Ladegut wurde auf hoher See umgepumpt

London/Moskau – Russische Tanker haben Insidern zufolge in den vergangenen Monaten mindestens dreimal Nordkorea mit Treibstoffen versorgt. Dabei hätten die Schiffe auf hoher See ihre Ladung an nordkoreanische Tanker übergeben, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus hochrangigen westeuropäischen Sicherheitskreisen.

Der Verkauf von Öl oder Ölprodukten aus Russland verstoße gegen UN-Sanktionen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass der russische Staat an den Transfers beteiligt gewesen sei, sagte einer der Insider. Das russische Außenministerium und der russische Zoll lehnten eine Stellungnahme am Mittwoch ab. Der Eigentümer eines der Schiffe, das verdächtigt wird, Öl nach Nordkorea geschmuggelt zu haben, wies derartige Aktivitäten zurück. Reuters konnte die Informationen nicht unabhängig bestätigen.

Die beiden Insider beriefen sich auf Geheimdienstinformationen und Satellitenbilder der Schiffe, die von den russischen Pazifikhäfen ausgelaufen seien. Nähere Angaben machten sie aus Geheimhaltungsgründen nicht. Aus Satellitendaten, die über Reuters erhältlich sind, gehen jedoch ungewöhnliche Aktivitäten bei einigen der Schiffe vor, die von den Insidern genannt wurden. So schalteten die Tanker ihre Transponder ab, welche üblicherweise die genaue Position bekanntgeben.

Falsches Ziel angegeben

Reuters hatte im September von mindestens acht nordkoreanischen Tankern berichtet, die in diesem Jahr von Russland aus mit Kraftstoffen an Bord ihr Heimatland ansteuerten, obwohl sie ein anderes Ziel angegeben hatten. US-Behörden nennen dieses Vorgehen eine häufig angewandte List, um Sanktionen zu umgehen. Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump China vorgeworfen, illegale Öllieferungen nach Nordkorea zu erlauben. Südkoreanische Medien hatten berichtet, chinesische Schiffe hätten auf hoher See Öl an nordkoreanische Tanker übergeben. China wies die Anschuldigungen zurück.

Das US-Außenministerium rief Russland und andere UN-Mitgliedsstaaten am Freitag dazu auf, die Sanktionen gegen Nordkorea vollständig umzusetzen. Es sei eine engere Zusammenarbeit notwendig, um verbotene Aktivitäten wie das Umladen von Öl von Schiff zu Schiff zu unterbinden.

In der vergangenen Woche hatte der UN-Sicherheitsrat einstimmig schärfere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, die unter anderem Einschränkungen der Treibstofflieferungen vorsehen. So liegt die Grenze für Raffinerieprodukte bei 500.000 Barrel im Jahr und bei Rohöl bei vier Millionen Barrel. Es handelt sich um die zehnte mit Sanktionen verbundene UN-Resolution, die seit 2006 gegen Nordkorea wegen des Raketen- und Atomwaffenprogramms erlassen wurde. (Reuters, 29.12.2017)

  • Tankstelle in Pjöngjang. Nordkorea hat Probleme mit der Treibstoffversorgung
    foto: apa/afp/ed jones

    Tankstelle in Pjöngjang. Nordkorea hat Probleme mit der Treibstoffversorgung

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