Rundschau: Die besten Science-Fiction-Romane des Jahres

    Ansichtssache27. Jänner 2018, 10:00
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    Von Monstern und Mond-Aristokraten über Alien-Attacken bis zu Gottes Pensionierung: Ein letztes Best-of 2017, ehe die heurige Bücherwelle anrollt

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    foto: heyne

    Lavie Tidhar: "Central Station"

    Broschiert, 352 Seiten, € 10,30, Heyne 2018 (Original: "Central Station", 2016)

    Das literarische Jahr setzt sich traditionell eher träge in Bewegung. Bis es den Arsch hochgekriegt hat, ist so ein Rückblick aufs Vorjahr also die ideale Überbrückung. Es soll hier aber auch nicht untergehen, dass im Niemandsland des Jänners dieser höchst empfehlenswerte Titel auf Deutsch erschienen ist.

    Für das, was der israelische Autor Lavie Tidhar hier gemacht hat, liest man im Englischen zumeist irgendeine Formulierungsvariante von intricately woven tapestry. "Central Station" ist kein eigentlicher Roman, sondern eine Sammlung unabhängig entstandener Kurzgeschichten, die aber auf vielfache Weise miteinander verbunden sind und sich zu einem stimmungsvollen Gesamtbild zusammensetzen. Sie zeichnen das Bild einer multikulturellen Gesellschaft, die sich rund um den Weltraumfahrstuhl von Tel Aviv angesiedelt hat. Digitale Existenzen gehören ihr ebenso an wie Menschen, die noch mit dem Eselskarren herumziehen, autonome Roboter oder Cyborgs, die für Ersatzteile betteln gehen. Es ist eine Welt, in der auf wundersame Weise Zukunft und Vergangenheit aufeinandertreffen, und als solche eine Metapher auf das Israel von heute.

    Und so geht es weiter

    Damit ist der Rückblick für heuer abgeschlossen. Und schon tauchen am Horizont jede Menge neuer Titel auf. Im März beispielsweise – wenn die Rundschau aus dem traditionellen Semesterurlaub zurückkehrt – wird die deutschsprachige Ausgabe von Andy Weirs ("Der Marsianer") zweitem Roman "Artemis" herauskommen. Falls den im Rückblick jemand vermisst hat: Da habe ich mich zurückgelehnt und gleich auf die Übersetzung gewartet, so schnell ist die in Angriff genommen worden.

    Ebenfalls im Frühling werden unter anderem Romane von Kim Stanley Robinson, Andreas Brandhorst (könnte es ein Jahr ohne neuen Brandhorst geben?) oder Annalee Newitz erscheinen – und nicht zu vergessen Fortsetzungen von Cixin Liu, Marie Brennan und Robert Jackson Bennett. Später im Jahr folgen unter anderem Übersetzungen von N. K. Jemisin, Dmitry Glukhovsky und William Gibson. Da wird für jeden was dabei sein! (Josefson, 27. 1. 2018)

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