18 Gründe, warum wir uns auf 2018 freuen

    31. Dezember 2017, 12:00
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    Neues Jahr, neues Glück. 18 mal 18 Zeilen über 2018: STANDARD-Redakteurinnen und -Redakteure verraten ihre streng und weniger streng geheimen Vorfreuden auf das neue Jahr

    Die Dinge des Lebens

    foto: getty images / istock / mihalis_a

    In den Gefilden des Designs steht jedes neue Jahr für Trends. Mögen wir uns auch 2018 auf eine Flut von Trends freuen dürfen, von lila über retro bis heimelig, kariert oder reduziert. Die Trends sollen so massig auf uns niedergehen, dass wir vor lauter Trends nicht mehr wissen, was denn nun Trend ist. Auf dass wir uns besinnen, dass Design – also die Dinge unseres Alltags – nicht da ist, um Trend zu sein, sondern um uns mit Freude zu erfüllen. Egal, ob wir eine Tasse in die Hand nehmen oder unseren Hintern auf einen Sessel setzen. (maik)


    Mehr Geld, weniger Amerika

    Vorfreude fliegt fragil auf den Flügeln der Hoffnung: In diesem Sinne freue ich mich, den Ausspruch "America first!" nicht mehr ständig hören zu müssen. Ein Lächeln wird mir die aus den Italienwahlen hervorgehende europafreundliche Regierung entlocken. Jubeln werde ich, wenn Dominique Meyer beweist, zu Unrecht als Staatsoperndirektor nicht verlängert worden zu sein. Tanzen werde ich, wenn Festwochen-Chef Tomas Zierhofer-Kin einen Auslastungsrekord hinlegt und Kanzleramtsminister Gernot Blümel das Kulturbudget erhöht. (tos)


    Ein Duett von Bogart und Simon

    Warum ich mich auf 2018 freue? Gute Frage. Bogey sagte schließlich schon in "Casablanca": "Ich plane nie so weit im Voraus." Und beantwortete damit lediglich die Frage einer Dame nach seiner Abendgestaltung und nicht die nach Plänen, Wünschen und Hoffnungen für ein ganzes Jahr! Dazu kommt, dass mir seit dem Jahrtausendwechsel der Kalendersprung ziemlich egal ist – was ist schon eine neue Ziffer, wenn man erlebt hat, dass sich alle vier ändern? Aber ein Zitat von Paul Simon stimmt immer: "Let's hope that we continue to live." (moe)


    Adieu Chichi, jetzt wird's locker!

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    Die Zeiten, als man in Anzug und Abendkleid im Restaurant saß und sich strikt an die Etikette hielt, gehören langsam der Vergangenheit an. Casual Fine Dining heißt der Trend, der auch hierzulande immer mehr Anhänger findet. Das Konzept: Chichi reduzieren, Qualität steigern. Qualitativ hochwertig wird in Zukunft auch destilliert. Nach dem Gin-Hype wagen sich heimische Brenner auch an neue Wodka-Kreationen heran oder erwecken in Verruf geratene Spirituosen, wie Korn, zu neuem Leben. 2018 wird also hochprozentig locker. (stra)


    Besuch aus Kanada im Jahr des Hundes

    Im Februar beginnt das Jahr des Hundes – falls Ihnen das etwas sagt. Die Chinesen sprechen von einem Jahr, in dem alles passieren kann, nur Gruppenbewegungen wie Revolutionen werden eher im Sand verlaufen. So genau wollten wir es eh nicht wissen. Was wir aber wissen, erfüllt das musikalische Herz mit Freude: Arcade Fire kommen im Juni nach Wien! Mehr wollen wir gar nicht wissen. Hoffen wir einfach nur, dass wir 2019 über 2018 nicht sagen werden: Es war "Une Année Sans Lumière". Lieber eines voller "Milk And Honey". (cms)


    Ein Willkommen der Farbe Lila

    foto: pantone

    Die Farbe Lila hat es nie einfach gehabt, ganz im Gegenteil: Sie hat Hohn und Spott über sich ergehen lassen müssen. Den einen kommt sie nur als Milka-Kuh ins Haus, die anderen denken gleich an, jaja, Latzhosen. Demnächst aber wird alles anders. Die Firma Pantone hat "Ultra Violet" zur Farbe des kommenden Jahres erklärt. Damit liegt sie zur Abwechslung mal ganz richtig. Die pinken Pussyhats (so 2017!) müssen in den Keller, dafür darf alles andere raus: lila Rüschenblusen, lila Samthosen, lila Hoodies. Darauf haben wir gewartet! (feld)


    Weg mit all dem Kramuri

    Es wird eine helle Freude sein, so viel ist jetzt schon gewiss. Vielerorts gähnende Leere, überschaubare Möblierung, kein überflüssiges Kramuri mehr. 2018 wird ausgemistet. Gnadenlos. Ohne zögerlich zurückzulegen, was man eh schon oft entsorgen wollte. Kleider, Tonträger, Gadgets, Bücher, alte Wagenheber, USB-Sticks, DVDs, Tellerchen, Lippenstifte, Schleifmaschinen. Und so weiter und so fort. Es gibt noch viel zu tun in all den Kästen und Regalen, in Keller und Garage. Abtragen ist sehr viel mehr Arbeit als Anhäufen. Aber es macht frei. (rebu)


    Aussicht aufs Badengehen

    foto: apa / afp / dpa / karl-josef hildenbrand

    Während sich draußen das endende Jahr ausstürmt und selbst Tage mit Sonnenschein unangenehm kalt daherkommen, hält mich aufrecht: Auch 2018 wird es wieder einen Sommer geben! Den werden wir nicht nur temperaturmäßig, sondern auch atmosphärisch gut brauchen können, in grimmigen Zeiten wie diesen. Dann werden die Bäume wieder grün sein, und auf den Wiesen werden die rosa Einhörner grasen – sagt meine Tochter. Zusammen mit ihr freue ich mich jetzt schon – auch darauf, wieder einmal richtig baden zu gehen. (bri)


    Vom Schaum der güldenen Tage

    Am 5000. Tag ihres Kennenlernens werden "our best friends" C. und R. sich verpartnern. F. feiert Sponsion, C. biegt in die schulische Zielgerade ein. Die Republik feiert ihren 100er, der Standard den 30er, Mama den 75er. Marc Almond konzertiert in London, Schweighöfer in Berlin. Vorfreude auf Life Ball und das Requiem an Klimts Todestag. Das wird ein Fest. Meine Fin-de-Siècle-Spurensuche findet Fortsetzung bei Otto Wagner. Erblicken die Flüsse Wiens 2018 das Licht der Welt? Hoffentlich versagt Nostradamus wieder. Sonst ist das alles beim Teufel. (auen)


    Abwarten und Tee trinken

    Von der Außenpolitik-Redaktion einen fröhlichen Neujahrsgruß! Unmöglich? Ha! Verdrießlich werden zwar die Scheidungsverhandlungen der EU mit dem Vereinigten Königreich, denn so eine Trennung ist halt in der Regel kein Spaß. Doch andere, die sich mitten in der globalisierten Weltwirtschaft zu politischen Hütern des Nationalstaats aufschwingen – was immer das auch sein mag – könnten sich mal zum Abwarten und britischen Teetrinken motiviert fühlen. Einstweilen wartet die EU auf eine Regierung in Berlin. 2018 dürfte es klappen! (schub)


    Liebe, Frohsinn und Weltmeere

    Bild nicht mehr verfügbar

    Es muss wieder mehr Leidenschaft im Leben geben! Mein Vorfreudeplan A: Hiermit erkläre ich 2018 zum bedingungslosen Jahr der Mitmenschlichkeit. In diesem Sinne werde ich alles tun, damit Herzen sich selbst in der kleinsten Regierungskammer öffnen und allumfassende Liebe nicht nur das britische Königshaus erfasst. Ich verspreche, den Geist des Frohsinns hinaus in die weite Welt zu tragen – mit meinem neuen roten Kajak, in dem ich die Weltmeere durchquere. Es wird ein Fest der Freude, ich kann es kaum erwarten. (prie)


    Zwischen WM und Rapid Wien

    Im Juni ist es wieder so weit: Fußballweltmeisterschaft. Die persönliche Vorfreude ist groß. Dabei steht weltweit kaum ein Verband – zu Recht – mehr in der Kritik als ihr Veranstalter, die Fifa. Das Verlangen, das Turnier zu boykottieren, ist natürlich gegeben. Doch die Fifa hat einen klaren Vorteil. Sie veranstaltet nun einmal die WM. Bis es so weit ist, gilt es sich mit der heimischen Meisterschaft zu begnügen. Immerhin könnte Rapid nach zehn Jahren wieder Meister werden. Oder nach 23 Jahren Cupsieger. Oder beides. Die Hoffnung stirbt zuletzt. (and)


    Weil mein Sohn sein Studium beendet

    Denken können ist jedes Jahr wichtig, und deshalb ist ein Studium das beste Training der Welt. Für Eltern eines Studierenden allerdings auch teuer. Kinder, die lernen, Prüfungen machen, Arbeiten schreiben, und Sommerpraktika absolvieren, haben kaum Zeit für Nebenjobs. Brauchen aber trotzdem alles Mögliche und Unmögliche. Das belastet das Konto. Oft empfindlich. Jedenfalls wird 2018 vielleicht Schluss mit den monatlichen Zahlungen sein. Und nach 24 Jahren bin ich endlich einmal wieder nur für mich verantwortlich. (pok)


    Nichtsextremismus im Gartenhaus

    foto: arian lehner

    Im vorigen Sommer haben befreundete Architekten mit mir im Burgenland ein Gartenhaus für meinen Sohn (und mich) gebaut. Eigentlich kein Haus – ein Kunstwerk aus Holz und weißem Polycarbonat. Eine Kathedrale des Müßiggangs. Das Beste: Man kann das Dach öffnen und sieht direkt in den Himmel. 2018 werde ich, sobald es warm genug ist, mit meiner Familie dort im Garten zwischen den Obstbäumen nächtigen. Bei geöffnetem Dach werden wir in die Sterne schauen und radikal nichts tun. Nichtsextremismus! Darauf freue ich mich. (ras)


    Endgame of Thrones

    Das Ende ist nah. Die Armeen des Feuers und des Eises – Gut und Böse oder umgekehrt – stehen einander in der achten und letzten Staffel der Rekordserie "Game of Thrones" gegenüber. Die Spannung ist für wahre Fans kaum zu ertragen, hat doch die Handlung des TV-Epos längst die Bücher, auf denen sie basiert, überholt. Soll heißen, keiner der geliebten Charaktere ist sicher. Auch du nicht, Arya. 2018 ist das Jahr der großen Vorfreude. Und wie jüngst endgültig bestätigt, gleich das ganze Jahr. Denn die finale Staffel kommt erst 2019. (slp)


    Es wird gefälligst ein normales Jahr

    Endlich wird es ruhiger, womöglich ein bisschen fad! Ein Jahr ohne Schicksalswahl soll 2018 werden. Vielleicht sogar eines, in dem sich die Wahl-Toto-Kasse nicht mehr gar so schnell füllt. Ein Tipp auf den bizarrsten Kandidaten war doch meistens eine sichere Bank. Aber nicht 2018, mit Wettprofiten aus Unglück ist es vorbei! Wobei: vielleicht doch schnell ein paar Cent auf die Rückkehr von Silvio Berlusco ... Besser nicht! Es wird ein ruhiges Jahr für die Welt, ein gutes für Sacharbeit. Und das sage ich jetzt so oft, bis ich es glaube! (mesc)


    Wie schön ist das! 18 werden 2018

    foto: getty images / istock / milos jokic

    Ich könnte hier ganz professionell bleiben und mich gemeinsam mit Ihnen auf 2018 einstimmen, das Jahr, in dem Adelbert Stifter gleich zu Beginn (am 28. 1.) seinen 150. Todestag, wie sagt man da, feiert? Oder Karl Marx seinen 200. Geburtstag (5. 5.) begeht. Ich kann Ihnen verraten, dass Charlotte Roche jetzt endlich auch 40 Jahre alt wird (ha!), Ildikó von Kürthy sogar 50 und Madonna – das kann nicht sein! – 60! Aber viel, viel wichtiger als das alles: 2018 wird das große Kind 18 werden. Es wird maturieren, rausgehen in die Welt. Wie schön ist das! (mia)


    Hopfige Erwartung, malzige Erfüllung

    Welches Bier mir wohl das liebste wäre? Eigentlich immer das, welches ich als Nächstes kosten darf. Nicht, dass ich jene Biere verachten würde, die ich schon kenne! Aber von Jahr zu Jahr kommen neue Biere auf den Markt – gebraut nach neuen Rezepten, gehopft mit neuen Hopfenzüchtungen, vergoren mit ungewöhnlichen Hefestämmen, gereift in Fässern, in die man früher kein Bier getan hätte. 2018 sind da etliche Überraschungen zu erwarten, schließlich findet wieder ein World Beer Cup statt. Und ich freue mich, dort Juror zu sein. (cs, 31.12.2017)

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