Wiener Börse: Leitindex ATX legte 2017 um rund 31 Prozent zu

29. Dezember 2017, 15:27
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ATX zum Jahresultimo bei 3.420,14 Punkten – DAX (+13 Prozent), Nikkei (+19 Prozent) und Dow Jones (+25 Prozent): Zweitlängste Boomphase für Aktienmärkte seit 2. Weltkrieg

Wien – Trotz Nordkorea-Konflikts und Brexit-Unsicherheiten ging die Kursrallye an der Wiener Börse auch im Jahr 2017 weiter. Der Leitindex ATX legte um rund 31 Prozent zu und erzielte damit eine bessere Kursperformance als der deutsche DAX (+13 Prozent), der japanische Nikkei (19 Prozent) und der US-amerikanische Dow Jones (+25 Prozent). Am Freitag, am letzten Handelstag des Jahres, hat der Aktienindex nach einer verkürzten Sitzung mit 3.420,14 Punkten geschlossen. Die Wiener Börse findet sich mit diesem Plus im abgelaufenen Börsenjahr unter den besten Performern weltweit.

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2017 war ein hervorragendes Jahr für Aktien

Gegenüber dem Vortag hat der ATX am Freitag leicht um 0,43 Prozent nachgegeben. Der ATX Prime schloss mit einem Tages-Minus von 0,39 Prozent oder 6,8 Punkten bei 1.725,19 Einheiten.

Gehandelt wurden im prime market am Freitag 3.945.207 (Vortag: 4.770.044) Stück Aktien (Einfachzählung). Umsatzstärkste Aktie war OMV mit 168.582 Stück Aktien. Wertmäßig kam heute ein Umsatz im prime market (Doppelzählung) von 68,55 (83,774) Mio. Euro zu Stande, wovon 8,96 Mio. Euro allein auf OMV entfielen.

Vom Allzeithoch weit entfernt

Der ATX ist trotz des starken Anstiegs aber noch weit entfernt vom Allzeithoch von 4.982 Zählern im Juli 2007. Die größten Kursgewinner im Wiener Leitindex waren 2017 die Raiffeisen Bank International (+74 Prozent), OMV (+62 Prozent), s Immo (+60 Prozent), CA Immo (+47 Prozent) und die Telekom Austria (+39 Prozent).

15 Kursgewinner standen 5 Kursverlierern im ATX im Jahr 2017 gegenüber. Am stärksten verlor der Leuchtenhersteller Zumtobel (-40 Prozent), gefolgt von der BAWAG (-8 Prozent seit Börsengang im Oktober), Agrana (-8 Prozent), Lenzing (-8 Prozent) und Andritz (-0,8 Prozent). Der ATX erreichte seinen Jahreshöchststand im laufenden Jahr am 2. November mit 3.445 Punkten.

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Der ATX ist trotz des starken Anstiegs aber noch weit entfernt vom Allzeithoch von 4.982 Zählern im Juli 2007.

"Derzeit entspricht das Börsenumfeld ja quasi dem Filmtitel 'Besser geht's nicht'", schrieb die Bank-Austria-Chefanalystin Private Banking, Monika Rosen, kürzlich in einem Marktkommentar. Die Konjunktur brumme in fast allen Teilen der Welt, die Unternehmen würden "gute Gewinne" schreiben, gleichzeitig sei die Geldpolitik der Notenbanken nicht mehr ganz so expansiv wie noch vor kurzem, von einer restriktiven Gangart sei man aber weit entfernt.

Zweitlängste Boomphase seit Zweitem Weltkrieg

Die Analystin erinnerte daran, dass die Aktienindizes seit Jahren nur nach oben zeigen. "Immerhin feiert die aktuelle Börsenrallye nächsten März ihren 9. Geburtstag, schon jetzt ist sie die zweitlängste Boomphase für die Aktienmärkte seit dem Zweiten Weltkrieg. Nur die Rallye der 90er-Jahre, während der Präsidentschaft von Bill Clinton, dauerte länger", so Rosen. Im Jahr 2018 seien bei den Börsen-Fundamentaldaten keine großen Verbesserungen mehr möglich. "Wir sind im späten Konjunkturzyklus angekommen, was aber nicht unbedingt nachteilig für die Aktienperformance sein muss."

Die Wiener Börse erlebte 2017 mit dem Börsengang der Bawag Group AG den achtgrößten IPO weltweit. Dies führte zu einem beträchtlichen Umsatzschub an der Börse. Bis Mitte Dezember 2017 lag der Aktienumsatz mit 64,65 Mrd. Euro um rund 20 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Die RHI ist nach der Fusion mit ihrer Tochtergesellschaft als RHI Magnesita im Herbst an der Londoner Börse gestartet und notiert an Wiener Börse anstatt im ATX nur mehr im dritten Markt.

Am geregelten Markt verzeichnet die Wiener Börse mit Bawag und Cleen Energy AG zwei Aktien-Neueinführungen, mit der Agrana AG ein Secondary Public Offering und mit der Buwog AG und der BTV AG zwei Kapitalerhöhungen. Im neu gegründeten Segment global market können nun rund 450 internationale Wertpapiere über die Wiener Börse gehandelt werden. Bei Anleihen wurde 2017 mit 79 neuen Unternehmensanleihen und einem Gesamtvolumen von 13,8 Mrd. Euro ein Rekordwert erreicht. (red, APA, 29.12.2017)

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