Wiener Silvesterpfad: Schwer beladene Lastwagen als Rammschutz

29. Dezember 2017, 13:15
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240 zusätzliche Polizisten im Einsatz – Zünden von Knallkörpern und Raketen verboten – Datenfeuerwerk erwartet

Wien – Silvester wird heiß – zumindest für die Jahreszeit. Die Meteorologen prognostizieren für den letzten Tag im Jahr bis zu 15 Plusgrade in Österreich. Das neue Jahr soll dann kühler beginnen, maximal sieben Grad, Regen und Schnee werden vorausgesagt.

Die größte Open-Air-Party des Landes wird am Sonntag in der Bundeshauptstadt steigen. Der 28. Wiener Silvesterpfad führt heuer zu elf Stationen in der Wiener Innenstadt, im Prater und in der Seestadt Aspern). Punkt Mitternacht soll das große Feuerwerk beim Rathaus gezündet werden. Auch im Wiener Prater wird das neue Jahr um null Uhr mit einem großen, musiksynchronen Feuerwerk begrüßt. Private Knallereien sind verboten. Im Vorjahr wurden insgesamt 650.000 Silvesterpfadfinder gezählt.

grafik: apa

Abstrakte Terrorgefahr

Das Sicherheitskonzept wurde nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin im vergangenen Jahr nachgeschärft. Seither habe sich nichts an der Sicherheitslage geändert, nach wie vor werde von einer erhöhten abstrakten Gefährdung ausgegangen, hieß es beim Stadt-Wien-Marketing, das den Silvesterpfad organisiert. Die Polizei wird schwerbeladene Lastwagen als Rammschutz einsetzen. Die Lkws würden so abgestellt, dass sie keine Fluchtwege versperrten, teilte die Polizei mit. Zusätzlich zu den üblichen Beamten im Streifendienst werden beim Silvesterpfad 240 Polizisten im Einsatz sein. Die Veranstalter schicken außerdem private Securitys in die Menge.

Viele Mitarbeiter der Wiener Linien haben nichts zu feiern: U-Bahnen fahren die ganze Nacht, auch die Straßenbahnlinien D, 1, 2, 6, 18, 25, 26, 31, 38, 41, 43, 46, 49, 60, 62, 67 und 71 sowie die Buslinien 7A, 26A, 29A, 35A, 66A, 68A, 68B und 73A haben Nachtschicht. Im Partyzentrum am Stephansplatz wird die U-Bahnstation um 22 Uhr geschlossen.

Elf Millionen Gigabyte

Wer die Orientierung verliert oder das nächstgelegene WC sucht, den verweist die Stadt auf die Gratis-App "Oroundo Vienna", die auch beim Countdown zum Jahreswechsel behilflich ist – vorausgesetzt das Netz bleibt stabil. Das Forum Mobilkommunikation rechnet mit einem mobil übertragenen Datenvolumen von fast elf Millionen Gigabyte in den Stunden rund um den Jahreswechsel, was einer Steigerung von rund 110 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Verantwortlich für den zu erwartenden Rekordwert sei die stark steigende Nutzung von Live-Streams.

Notrufe werden aber vom Netz erkannt und automatisch priorisiert. Auch die für Kinder und Jugendliche wichtige Hotline 147 Rat auf Draht, die zu den Feiertagen immer einen Anstieg von Anrufen verzeichnet, ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar.

Schadensträchtigste Nacht

Im verbauten Gebiet sind Böller und Raketen verboten. Dennoch werden es auch heuer wieder hundertausende Österreicher so richtig krachen lassen – und dabei insgesamt mehr als zehn Millionen Euro verpulvern. Tierschutzorganisationen weisen darauf hin, dass die Knallerei der pure Horror für Hund und Katz sind.

Alkohol und Feuerwerk sind eine gefährliche Mischung. Für Versicherungen ist Silvester die "schadensträchtigste Nacht des Jahres". Die Wiener Städtische beziffert ihre alljährlichen Schadensleistungen mit 4,8 Millionen Euro. (simo, 29.12.2017)

  • Zusätzlich zu den üblichen Beamten im Streifendienst werden am Silvesterpfad 240 Polizei im Einsatz sein. Vonseiten des Veranstalters sind außerdem Security-Mitarbeiter unterwegs.
    apa / hans punz

    Zusätzlich zu den üblichen Beamten im Streifendienst werden am Silvesterpfad 240 Polizei im Einsatz sein. Vonseiten des Veranstalters sind außerdem Security-Mitarbeiter unterwegs.

  • Die Polizei wies darauf hin, dass das Zünden von Knallkörpern und Feuerwerksraketen im Stadtgebiet verboten ist. Bei Verstößen gegen das Pyrotechnikgesetz drohen Strafen in Höhe von mehreren Tausend Euro.
    apa / hans punz

    Die Polizei wies darauf hin, dass das Zünden von Knallkörpern und Feuerwerksraketen im Stadtgebiet verboten ist. Bei Verstößen gegen das Pyrotechnikgesetz drohen Strafen in Höhe von mehreren Tausend Euro.

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