Rabattschlacht zwischen Weihnachten und Silvester

29. Dezember 2017, 11:45
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Die Branche macht in diesen wenigen Tagen zehn bis 15 Prozent des Weihnachtsgeschäfts

Wien – Die letzten Tage im alten Jahr bringen den Händlern in den großen Einkaufsstraßen und Shoppingcentern noch einmal einen kräftigen Umsatzschub. "Allein in den Tagen zwischen Stefanitag und Silvester macht der Handel zehn bis 15 Prozent des Weihnachtsgeschäfts", sagte Handelssparten-Vizegeschäftsführer Roman Seeliger am Freitag zur APA.

Zahlreiche Menschen würden die Tage nach Weihnachten nutzen, um ihre Gutscheine und Geldgeschenke einzulösen. "Zugute kommt den Händlern dabei, dass die meisten Leute bei Gutscheinen mehr ausgeben als den Nennwert", so Seeliger.

Rabattschlacht ist voll im Gang

Getrieben werden die Umsätze auch von der Rabattschlacht, die nun voll im Gang ist. Bei der Elektrohandelskette Media Markt konnte man bereits am ersten Einkaufstag nach Weihnachten ab 6 Uhr in der Früh nach Schnäppchen jagen. Laut Medienberichten kam es in den Wiener Einkaufszentren "Lugner City" sowie "The Mall" sogar zu Handgreiflichkeiten unter den Kunden, die sich um rabattierte Waren stritten.

Auch wenn Aktionen die Umsätze pushten, schaue es bei den Erträgen oft anders aus, räumte Seeliger ein. Zudem profitierten nicht alle Händler gleichermaßen vom Weihnachtsgeschäft. "Wir haben auch negative Rückmeldungen von Firmen in Randlagen", sagte Seeliger. Gewinner seien vor allem die großen Ketten in den bekannten Einkaufsstraßen und Einkaufszentren oder Händler mit einem Spezialangebot.

Lebensmittelhandel profitiert

Zu den großen Gewinnern zählt auch der Lebensmittelhandel, der jetzt die "höchsten Peaks" des Jahres hat. Vor den Festtagen und vor Silvester steigen die Ausgaben für Essen und Trinken enorm. Die Sektbranche fährt ihr Jahresgeschäft in diesem Zeitraum ein, trinken die Österreicher doch rund zwei Millionen Flaschen Sekt zu Silvester. Die Feuerwerksbranche erlöst etwa zehn Millionen Euro.

Wirtschaftskammer und KMU Forschung Austria erwarten heuer einen Mehrumsatz durch das Weihnachtsgeschäft von 1,54 Milliarden Euro. "Die Tage bis Samstag entscheiden nun, ob die positive Prognose stimmt. Es deutet aber alles darauf hin, dass wir heuer erstmals seit 2013 wieder ein Umsatzplus im stationären Handel machen", erwartet Seeliger. In den vergangenen Jahren wurde das Weihnachtsgeschäft insbesondere vom dynamischen Internetgeschäft beflügelt, während die Umsätze in den stationären Geschäften stagnierten oder sogar rückläufig waren. (APA, 29.12.2017)

  • Nicht nur die Vorweihnachtszeit ist gut für den Handel, er profitiert auch von der Rabattschlacht nach Weihnachten.
    foto: apa/afp/daniel leal-olivas

    Nicht nur die Vorweihnachtszeit ist gut für den Handel, er profitiert auch von der Rabattschlacht nach Weihnachten.

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