Österreich: EY warnt vor Verschärfung des Fachkräftemangels

28. Dezember 2017, 12:04
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Berater für zukunftsgerichtete Migrationspolitik: "Zuwanderung kann einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten"

Wien – Der Aufschwung am heimischen Arbeitsmarkt wird auch 2018 anhalten. Nachdem bereits 2017 rund 76.000 neue Stellen in Österreich entstanden sind, sollen im nächsten Jahr weitere 74.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, erwartet der Berater EY. In Österreich sind seit 2007 mehr als 400.000 zusätzliche Stellen entstanden, die drittmeisten in Europa. Nur in Deutschland und Frankreich waren es mehr.

Für Österreich erwarten die Experten von EY eine Verschärfung des Fachkräftemangels. "Der Arbeitsmarkt etwa für Akademiker und Facharbeiter ist vielerorts leergefegt. Das könnte für den Standort Österreich zu einem echten Problem und zu einer Innovations- und Wachstumsbremse werden", so Reimoser. Umso mehr brauche man eine zukunftsgerichtete Migrationspolitik. "Zuwanderung kann einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten."

Beschäftigung steigt in der gesamten Eurozone

Laut EY-Prognose wird die Beschäftigung in der gesamten Eurozone 2018 um 1,8 Millionen steigen, am meisten in Deutschland und Spanien. Für das ehemalige Krisenland Spanien erwarten die Berater einen Anstieg der Beschäftigung um rund 380.000. Auch Deutschland soll sich in dieser Größenordnung (rund 400.000) bewegen. In Frankreich sollen rund 240.000 neue Jobs entstehen, in Italien rund 210.000.

Die Erwerbslosenquote in der Eurozone ist 2017 von 10,0 auf 9,2 Prozent gesunken. Für das kommende Jahr geht die EY-Prognose von einem weiteren Rückgang auf 8,6 Prozent aus. "Die Trendwende ist geschafft: 2017 lag die Zahl der Beschäftigten in der Eurozone erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau von 2007", so Gunther Reimoser von EY Österreich.

Zuwachs beim Arbeitskräfteangebot

Auch in Österreich soll die Erwerbslosenquote 2018 weiter zurückgehen, und zwar von 5,4 auf 5,1 Prozent. Damit weist Österreich nach wie vor die fünftgeringste Erwerbslosenquote nach Deutschland, Malta, Estland und Litauen auf.

Dass die Arbeitslosigkeit dennoch immer noch deutlich höher ist als vor Ausbruch der Krise, liegt laut EY an dem deutlich über den Beschäftigungszuwachs hinausgehenden Wachstum des Arbeitskräfteangebots – etwa durch Zuwanderung und wegen der steigenden Zahl berufstätiger Frauen.

Gerade einmal drei Eurozonenländer – Deutschland (–4,7 Prozent), die Slowakei (–3,2 Prozent) und Malta (–2,1 Prozent) – weisen heute eine niedrigere Erwerbslosenquote auf als im Vorkrisenjahr 2007. Am stärksten war der Anstieg der Erwerbslosenquote in Griechenland (13,2 Prozent), Spanien (9,0 Prozent) und Zypern (7,5 Prozent). In Österreich ist die Erwerbslosenquote seit 2007 um 0,5 Prozent gestiegen. (APA, 28.12.2017)

  • 2017 sind rund 76.000 neue Stellen in Österreich entstanden, im nächsten Jahr sollen weitere 74.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.
    foto: apa/martin lifka photography

    2017 sind rund 76.000 neue Stellen in Österreich entstanden, im nächsten Jahr sollen weitere 74.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

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