Türkei bestätigt Kauf von russischem Luftabwehrsystem S-400

    28. Dezember 2017, 10:25
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    Raketen werden doch nicht in der Türkei produziert – 55 Prozent der Auftragssumme russischer Kredit

    Moskau – Russland wird im März 2020 mit der vereinbarten Lieferung des Luftabwehrsystems S-400 an die Türkei beginnen. Das sagte Sergej Tschemesow, Leiter des staatlichen russischen Technologiekonzerns Rostec, in einem Interview der Zeitung "Kommersant" vom Mittwoch. Am Freitag bestätigte auch der türkische TV-Sender CNN Türk den Kauf. Er berief sich auf türkische Regierungsquellen.

    Die Türkei hatte bis zuletzt gehofft, zumindest einen Teil des Systems im Inland zu produzieren und so Kenntnisse über moderne Raketen zu erlangen. Laut "Kommersant" ist dieser Technologietransfer aber vom Tisch.

    Der Kaufpreis für vier Batterien liegt mit bei 2,5 Milliarden US-Dollar (2,1 Milliarden Euro). "Sie leisten 45 Prozent der Vertragssumme als Anzahlung. 55 Prozent sind ein russischer Kredit", sagte Tschemesow. Die Gespräche darüber seien beendet. Lediglich die Abschlussdokumente müssten noch bestätigt werden, sagte er dem Blatt.

    Die Türkei kauft diese leistungsstarke Waffe als erstes Nato-Land und hat damit Befürchtungen über eine Abkehr vom westlichen Bündnis ausgelöst. Die Raketen des Systems S-400 (Russisch: Triumf, Nato-Code: SA-21 Growler) können auf 400 Kilometer Reichweite Flugzeuge und ballistische Raketen abfangen.

    In der russischen Armee gehören zu einer Batterie ein Radar und zwölf Lastwagen mit je vier Raketenabschussrohren. (APA, dpa, Reuters, 28.12.2017)

    • S-400 im Einsatz in Syrien.
      foto: apa/afp/russian defence ministry

      S-400 im Einsatz in Syrien.

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