2018 in TV und Medien: Wiedergänger, Reformen, Gebührenfragen

28. Dezember 2017, 12:49
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TV hält mehr vom Selben bereit, Erneuerung steht auf der Regierungsagenda, über ORF-Gebühren entscheidet das Verfassungsgericht

Was 2018 kommt? Zunächst mehr vom Selben – das muss nichts Schlechtes bedeuten. Was Erfolg hat oder Thema ist, wird verlängert, das scheint auch 2018 ehernes Programmgesetz. In der Jahresmitte wartet ein alleinstehendes Fernsehereignis der royalen Extraklasse. Eine Liste über 22 Fortsetzungen abwärts.

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Sommer ist im ORF Paarungszeit: Elizabeth T. Spira führt Interessenten in Liebes g’schichten und Heiratssachen auch im neuen Jahr verlässlich vor die Kamera.

foto: apa/orf/thomas jantzen

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Arabella Kiesbauer macht einsame Landwirte auf ATV froh: Bauer sucht im Herbst 2018 wieder Frau.

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Dr. Who ist Herzensangelegenheit aller Briten. Ab Weihnachten 2018 macht Jodie Whittaker den Sprung ins Zeitgetümmel.

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Das Dutzend ist voll bei Ich bin ein Star, holt mich hier raus. Ab 19. Jänner spielen auf RTL Menschen mit einschlägiger Vergangenheit in Privatsendern wieder Überleben im australischen Zeltlager, zum Gaudium von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich sowie dem erhofften Millionenpublikum. Mit Boris Becker ist entgegen anderslautenden Gerüchten eher nicht zu rechnen.

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Fast zehn Jahre ruhte Akte X in Frieden, um einen nicht ganz blöden Neustart hinzulegen. Dann rief der US-Sender Fox Mulder und Scully wieder auf den Plan. Die beiden einfallsreichsten Agenten seit John Steed und Emma Peel beweisen, dass das große Unbekannte noch lange nicht erledigt ist. Ab 3. Jänner in den USA auf ein Neues.

one media

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Noch ein Wiedergänger: 222 Folgen sind nicht genug, findet der US-Sender ABC. Roseanne kommt wieder, im Jahr zwei von Donald Trump haben wir das auch bitter nötig.

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Nein, es ist noch nicht alles gesagt in The Walking Dead. Rick und seine Freunde mähen ab 25. Februar Zombies und andere unfreundliche Zeitgenossen nieder – verlässlich gründlich.

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Claire Danes schmeißt sich in Homeland erneut in den aussichtslos scheinenden Kampf gegen den Terrorismus: auf ein Neues ab 11. Februar.

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Angelika Schnell geht in die sechste Runde. Dass diese die endgültig letzte sein könnte, wussten offenbar einige Schauspieler von Schnell ermittelt, die produzierende MR-Film hält alle Optionen offen, nur der ORF ist sicher, dass es weitergehen soll.

foto: orf / petro domenigg

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Netflix setzt die voraussichtlich erste US-Präsidentin mit House of Cards in Szene. Claire Underwood übernimmt das Zepter – ob schon 2018, ist offen.

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Wiedersehen macht Freude bei Weissensee. Die ARD erzählt das Schicksal der Familie Kupfer in der vierten Auflage, dieses Mal über die erste freie Wahl in der DDR im März 1990, über die Gründung der Treuhand und die Währungsunion im Juli 1990 bis zur Ermordung Detlev Karsten Rohwedders durch einen Scharfschützen der RAF im April 1991.

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Hals- und Beinbruch im Wortsinn wünschen einander die Vorstadtweiber, ab 8. Jänner spielt es in Wien-Döbling wieder Granada.

foto: orf / thomas ramstorfer

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Zum zweiten Mal nach 1981 taucht Das Boot auf Sky unter. Andreas Prochaska führt Regie, an Bord ist unter anderen Robert Stadlober, acht Teile.

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Der Verlust von Fußballgroßereignissen hinterlässt auf ORF 1 Programmlücken. Shows wie Meine Mama kocht besser als Deine, Zur Hölle damit und Hammer Show sollen Ersatz bieten.

X
Historische Figuren, wichtige Ereignisse: Bert Brecht, Karl Marx, Kaiser Wilhelm, Aenne Burda, Detlev Karsten Rohwedder kommen zu Ehren, das Geiseldrama von Gladbeck wird inszeniert, ebenso wie das Ende des Ersten Weltkriegs und der Beginn des Dreißigjährigen Krieges.

Stunde null
Prinz Harry und Meghan Markle heiraten im Mai. Man wird es "Traumhochzeit" nennen.

Korrektur: In der ersten Version wurde irrtümlich die zwölfte Staffel von "Dancing Stars" angekündigt. Der ORF wendet ein, dass die Show 2018 ausfällt und stattdessen "Meine Mama kocht besser als Deine", "Zur Hölle damit" und "Hammer Show" gezeigt werden.

Was 2018 medienpolitisch kommt:

Die Schweizer stimmen am 4. März 2018 darüber ab, ob sie weiterhin Rundfunkgebühren zahlen wollen. Eine Volksabstimmung über die ORF-Gebühren soll bisher in der neuen Bundesregierung kein Thema gewesen sein – auch wenn die FPÖ damit in der Vergangenheit schon mehrfach gedroht hatte. Kronehit versucht, das bisherige System der Rundfunkgebühren mit einer Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof auszuhebeln – eine Entscheidung könnte 2018 fallen.

Für das Frühjahr 2018 hat die Regierung eine Enquete über den Medienstandort angekündigt – auch als Basis für ein neues ORF-Gesetz mit genauer definiertem Auftrag, digitaler Werbevermarktung mit Privatsendern und einem Vorstand statt einem Alleingeschäftsführer. Auch wenn die ORF-Führung gerade erst bis Ende 2021 bestellt ist – und bis dahin auch zu bezahlen.

Livespiele der österreichischen Bundesliga werden – bis auf wenige Ausnahmen – künftig kosten: Sky hat die Rechte dafür ab Herbst ebenso wie (zusammen mit Dazn) jene für die Champions League.

Der staatlichen Wiener Zeitung verspricht die Regierung ein neues Finanzierungsmodell – die Pflichtveröffentlichungen von Unternehmen im Amtsblatt will sie streichen. (fid, prie 27.12.2017)

  • Schnell ermittelt geht in die sechste Runde.
    foto: orf / petro domenigg

    Schnell ermittelt geht in die sechste Runde.

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