Sicherheitslücke bei deutschen E-Tankstellen aufgedeckt

27. Dezember 2017, 15:32
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Der Chaos Computer Club moniert, dass Schwachstellen das Stromtanken auf Kosten anderer ermöglichen

Leipzig – Nach der Aufdeckung von Schwachstellen bei der Abrechnung an Stromtankstellen hat der Chaos Computer Club (CCC) die Betreiber aufgefordert, die Sicherheit auf den Stand der Technik zu bringen. "Ladenetzbetreiber müssen ihren Kunden sichere Bezahlmöglichkeiten bieten", forderte der CCC am Mittwoch in Leipzig.

Stromtanken auf Kosten anderer

Dort demonstrierte CCC-Mitglied Mathias Dalheimer, wie sich nicht nur Ladekarten kopieren und manipulieren lassen, sondern auch, wie ganze Ladestationen attackiert und von einem Angreifer übernommen werden können, mit dem Effekt, dass schlimmstenfalls Strom auf Kosten anderer getankt werden könnte.

"Man kann in zwei Minuten so eine Ladestation auslesen", sagte Dalheimer auf dem 34. Chaos Communication Congress (34C3). Es müssten nur sechs Schrauben gelöst werden, um einen USB-Stick anzuschließen, Daten auszulesen, an Zugangsdaten zu gelangen, eigene Daten aufzuspielen oder eine Liste mit den Nummern der letzten 100 Kunden auszulesen. "Das einzige Merkmal, wo sich Ladekarten unterscheiden, ist ein öffentlich einsehbares Merkmal", das nicht verschlüsselt sei – "diese Nummer wird benutzt, um den Abrechnungsvorgang einem Ladekonto zuzuweisen".

Schwieriges Eingestehen von Fehlerkultur

Vor Veröffentlichung der ersten Schwachstellen habe er Kontakt mit den Betreibern von Ladestationen aufgenommen und auf die Probleme hingewiesen, sagte Dalheimer, der beim Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) in Kaiserslautern auf die Sicherheitslücken stieß. Leider sei er nur bis zum Kundensupport gekommen, sagte der Hacker und kritisierte, "dass die Reaktion von allen Seiten schwierig war, wenn es um Fehlerkultur und das Eingestehen von Fehlern geht".

Der führende Ladeverbundbetreiber New Motion hat bestätigt, dass es möglich sei, Ladekarten zu kopieren. "Bei New Motion ist uns bisher allerdings kein einziger Fall von Kartenbetrug bekannt." Ein Betrug könne zudem "sehr einfach aufgedeckt" werden. (APA, 27.12.2017)

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    foto: apn photo/matthias rietschel
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