Totenschädel aus dem All kommt 2018 erneut vorbei

30. Dezember 2017, 14:00
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Eigentümlich geformter "Halloween"-Asteroid war 2015 in geringem Abstand an der Erde vorüber geflogen

illustration: j. a. peñas/sinc
Unter bestimmten Lichtverhältnissen gleicht 2015 TB145 einem menschlichen Schädel.

Granada – Der "Halloween"-Asteroid, der im Jahr 2015 knapp an unserem Planeten vorüber geflogen ist, wird der Erde im kommenden Jahr erneut einen Besuch abstatten. Der Brocken mit der Bezeichnung 2015 TB145 war am 10. Oktober 2015, und damit nur 20 Tage vor seiner nahen Passage mit Instrumenten der Universität von Hawaii entdeckt worden.

Totenschädel aus dem All

Für Aufsehen sorgte der vermutliche ehemalige Kometenkern damals nicht nur, weil er sich bis auf 480.000 Kilometer an die Erde angenähert hatte (also etwa die eineinhalbfache Distanz zum Mond), er verfügte für den 31. Oktober auch über das passende "Kostüm": Der Besucher aus dem All sah auf den Radaraufnahmen einem menschlichen Schädel ziemlich ähnlich.

foto: naic-arecibo/nsf
Astronomen vermuten, dass es sich bei 2015 TB145 um einen toten Kometenrest handelt.

Die Nasa- und Esa-Beobachtungen zeigten überdies, dass 2015 TB145 nur rund sechs Prozent des Sonnenlichts reflektiert, was bedeutet, dass er eine außerordentlich dunkle Oberfläche besitzt, kaum heller als Holzkohle. Der leicht abgeflachte Ellipsoid, der zum Apollo-Typ der erdnahen Asteroiden zählt, dreht sich einmal in drei Stunden um seine Achse und hat einen Durchmesser von 625 bis 700 Meter.

grafik: jpl-nasa
Aktuell befindet sich der Asteroid in einem Abstand von 3,8 Astronomischen Einheiten.

105-facher Mondabstand

Die Astronomen sind zuversichtlich, dass sie mehr über den eigentümlich geformten Brocken herausfinden werden, wenn er sich im November 2018 das nächste Mal der Erde annähernd wird, diesmal allerdings in einem weit größeren Abstand. "Derzeit ist 2015 TB 145 noch 3,7 Astronomische Einheiten von der Erde entfernt, also die 3,7-fache Distanz zwischen Erde und Sonne. Bei seiner nächsten größten Annäherung wird er in 105-fachem Mondabstand an uns vorüber ziehen", erklärt Pablo Santos-Sanz vom Institut für Astrophysik in Andalusien, der an der Erforschung von 2015 TB145 mitgewirkt hat. (tberg, 30.12.2017)

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