Promotion - entgeltliche Einschaltung

    Neues Jahr, neues Spiel: Spekulation mit Nahrungsmitteln

    1. Jänner 2018, 00:01

    Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln boomen. Mais, Zucker und Kaffee werden zunehmend zum Spielball von Banken und Hedgefonds. Die Leidtragenden sind vor allem Klein-Bauern in wirtschaftlich schwachen Regionen. Warum man mit Essen nicht spielen sollte, und wie es anders gehen kann.

    Die weltweiten Agrarmärkte sind weitestgehend finanzialisiert, d.h. Finanzakteure nehmen zunehmend Einfluss auf den Handel, und somit auch auf die Produktion von Grundnahrungsmitteln. Der Startschuss für diese Entwicklung fiel im Jahr 2000 mit der Deregulierung der Rohstoffmärkte. Seitdem ist der Handel mit Agrarprodukten für jeden offen, egal ob er wirklich ein bestimmtes Handelsgut braucht oder nur spekuliert. Somit unterliegen die Preise für Nahrungsmittel zunehmend den Gesetzmäßigkeiten der Finanzmärkte. Vor allem Banken, Hedgefonds und Pensionsfonds wittern das große Geld in der Spekulation auf Kaffee, Mais oder Weizen. Doch wenn Lebensmittel zum Spielball werden, gibt es auch immer Verlierer.

    Bauern werden aufs Korn genommen

    Nicht alle Akteure verfügen über ausreichend Mittel um Preisschwankungen zu kompensieren. Vor allem Kleinbauern sind betroffen. Denn die Gleichung "Steigende Lebensmittelpreise = höheres Einkommen" geht in den seltensten Fällen auf. Viele Kleinbauern sind Netto-Konsumenten, d.h. sie geben mehr Geld für Nahrung aus, als sie selbst durch Anbau und Verkauf verdienen. Hinzu kommt, dass sie oft Kredite aufnehmen müssen, um das Saatgut für die nächste Ernte vorzufinanzieren. Pünktlich zur Erntezeit fallen dann die Weltmarktpreise für Rohstoffe, gemäß Angebot und Nachfrage, in den Keller. Mit dem Verkauf zu warten ist aber meist keine Option, da Kredite getilgt werden müssen. Von den verbleibenden Einnahmen müssen die Bauern ihren eigenen Lebensmittelbedarf stemmen. Dafür sind die Preise aber inzwischen wieder gestiegen, da Spekulanten große Mengen aufgekauft haben. Ein Teufelskreis, durch den viele Farmer in die Abhängigkeit von Börsenspekulationen geraten.

    Es geht auch anderes

    Aus dieser Negativspirale heraus hat sich in den letzten Jahren in der Lebensmittelbranche ein neues Bewusstsein für direkten und fairen Handel entwickelt. Faktoren wie Ursprung der Rohstoffe, Anbaubedingungen und Umweltschutz fließen vermehrt in die Entscheidungsprozesse ein. Immer mehr Produzenten umgehen bewusst Zwischenhändler und Preisspekulationen und suchen direkte und langfristige Beziehungen mit regionalen Bauern. Der sogenannte Direct Trade bringt eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich – für die Farmer, die Produzenten und natürlich auch für die Konsumenten. Bauern verhandeln Preise direkt mit den Abnehmern, werden unabhängig von Weltmarktpreisen und profitieren von Investitionen in die Infrastruktur. Die Hersteller können sich selbst ein Bild von den Produktionsbedingungen machen, tauschen sich mit den Farmern aus und können so maßgeblich die Qualität der Rohstoffe beeinflussen. Davon profitieren wiederum die Konsumenten.

    Bio-Betrieb als Vorreiter

    Was in den letzten Jahren im Trend liegt, ist beim Kräuter- und Gewürzspezialisten Sonnentor von Anfang an gelebte Firmenphilosophie. Das österreichische Bio-Unternehmen setzt seit rund 30 Jahren auf direkten Handel und somit Partnerschaft auf Augenhöhe. Was mit den Waldviertler Bauern begann, gilt genauso für Anbauprojekte in Rumänien, Albanien, Tansania und Nicaragua. Das Unternehmen setzt auf internationale Partner vor Ort, die in die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter und Bauern, sowie in die Infrastruktur investieren. Die Bauern erhalten langfristig ein Einkommen, das Lebensmittel, Bildung und medizinische Versorgung sichert und auch der jungen Generation eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat bietet. Alleine in Nicaragua schafft Sonnentor so rund 80 fair bezahlte Arbeitsplätze im Kaffeehandel.

    Die Politik ist gefordert

    Inzwischen hat auch die Politik auf europäischer Ebene erkannt, welche weitreichenden Folgen die Deregulierung der Agrarmärkte hat. Im Februar 2017 wurde diesbezüglich im europäischen Parlament abgestimmt – vorerst ohne klare Entscheidung. Die absolute Mehrheit, die nötig gewesen wäre, um den Vorschlag der EU-Kommission zu ändern, wurde verfehlt. Jedoch – ein erster Schritt ist getan, und die Problematik rückt zunehmend ins Bewusstsein. Bis dahin obliegt es Konsumenten und Produzenten, sich für faire Arbeitsbedingungen, Transparenz und Qualität auszusprechen und somit den Druck auf die Politik zu erhöhen.

    • Die Preise für Rohstoffe wie Kaffee liegen in den Händen einiger weniger Spekulanten.
      foto: sonnentor

      Die Preise für Rohstoffe wie Kaffee liegen in den Händen einiger weniger Spekulanten.

    Share if you care.