Venezuelas ranghöchster Diplomat in Brasilien unerwünscht

27. Dezember 2017, 06:07
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Reaktion auf ähnliche Maßnahme der venezolanischen Regierung

Caracas – Venezuela verstrickt sich zunehmend in ein diplomatisches Kräftemessen mit seinen Kritikern. Als Reaktion auf den Landesverweis ihres Botschafters in Venezuela erklärte die brasilianische Regierung den ranghöchsten venezolanischen Diplomaten Gerardo Delgado am Dienstag zur "unerwünschten Person".

In der Praxis bedeute dies, dass Venezuelas Geschäftsträger Brasilien "rasch" verlassen müsse, sagte ein Sprecher des brasilianischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Drei Tage zuvor hatte Venezuela den brasilianischen Botschafter Ruy Pereira zur persona non grata erklärt. Zur Begründung sagte die Chefin der mächtigen Verfassungsgebenden Versammlung, Delcy Rodriguez, die Amtsenthebung von Brasiliens Ex-Präsidentin Dilma Rousseff sei "illegal" gewesen. Botschafter Pereira sei deshalb so lange in Venezuela nicht willkommen, bis die verfassungsrechtliche Ordnung im Nachbarland wiederhergestellt sei.

Auch kanadischer Geschäftsträger muss gehen

Gleichzeitig hatte Rodriguez am Samstag auch den kanadischen Geschäftsträger Craig Kowalik des Landes verwiesen. Sie warf Kowalik vor, sich "unaufhörlich" in die inneren Angelegenheiten seines Gastlands eingemischt zu haben. Im Gegenzug forderte Ottawa am Montag Venezuelas Botschafter sowie seinen Geschäftsträger zum Verlassen Kanadas auf.

Sowohl Kowalik wie auch Rousseffs konservativer Nachfolger an Brasiliens Staatsspitze, Michel Temer, hatten wiederholt Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung des sozialistischen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro angeprangert. Venezuela stemmt sich vehement gegen die wachsende Kritik des Auslands an Maduros autoritärem Regierungsstil. Kanada, die USA, die EU und die meisten Lateinamerikanischen Länder kritisieren Maduros Streben, sich mit allen Mitteln an der Macht zu halten.

In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen der Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht in erster Linie Maduro für die Misere verantwortlich. (APA, AFP, 27.12.2017)

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