Lawrow und Tillerson sprachen über Nordkorea

    26. Dezember 2017, 22:53
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    Konflikt nicht durch "aggressive Rhetorik" oder Kriegsvorbereitungen anheizen

    Washington/Moskau – Russland und die USA haben im Nordkorea-Konflikt die Notwendigkeit von Verhandlungen betont. Die Außenminister Sergej Lawrow und Rex Tillerson hätten am Dienstag in einem Telefonat unterstrichen, "dass es notwendig ist, von der Sprache der Sanktionen so schnell wie möglich zu einem Verhandlungsprozess zu gelangen", hieß es aus Moskau. Die USA verhängten indes neue Sanktionen gegen das Regime.

    Laut russischem Außenministerium waren sich Lawrow und Tillerson einig, dass nordkoreanische Atomraketenprojekte gegen die Forderungen des UNO-Sicherheitsrats verstießen. Aber der russische Außenminister übte auch Kritik an der US-Regierung: Lawrow habe in dem Gespräch "nochmals betont, dass es inakzeptabel ist, die Spannungen um die koreanische Halbinsel mit der aggressiven Rhetorik Washingtons gegenüber Pjöngjang anzuheizen und die militärischen Vorbereitungen in der Region zu verstärken".

    US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatten sich in den vergangenen Monaten heftige Verbalattacken geliefert. Trump drohte Nordkorea im September in einer Rede vor der UNO-Vollversammlung mit "vollständiger Vernichtung" und er nannte Kim einen geisteskranken "kleinen Raketenmann". Kim nannte Trump einen "geistig umnachteten senilen Amerikaner". Lawrow spielte in seiner Kritik zudem auf die groß angelegten Militärmanöver der US-Streitkräfte mit ihren südkoreanischen Verbündeten an.

    Neue Sanktionen

    Nordkorea hat mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen UNO-Resolutionen verstoßen. Nach dem Test einer Interkontinentalrakete am 28. November hatte der UNO-Sicherheitsrat in der vergangenen Woche neue Sanktionen verhängt. Diese sehen unter anderem eine noch stärkere Beschränkung der Öllieferungen in das international isolierte Land vor. Der Import bestimmter Maschinen, Nahrungsmittel und Rohstoffe aus Nordkorea wird verboten.

    Pjöngjang hatte nach dem Test der Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 erklärt, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Die Verhängung der neuen UNO-Sanktionen wertete die nordkoreanische Regierung als "kriegerischen Akt" und "gewaltsamen Verstoß" gegen die Souveränität des Landes.

    Am Dienstag erklärte das US-Finanzministerium, es habe nun auf die Sanktionsliste zwei Nordkoreaner gesetzt, die maßgeblich für das ballistische Raketenprogramm verantwortlich seien. Die Maßnahme sei Bestandteil des "maximalen Drucks, (Nordkorea) zu isolieren und eine vollständig atomwaffenfreie koreanische Halbinsel zu erhalten".

    Den Angaben zufolge handelt es sich bei den beiden Nordkoreanern um Kim Jong-sik und Ri Pyong-chol, die beide eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung ballistischer Raketen inne hätten. (APA, 26.12.2017)

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