Bitcoin und Co: Warnen ist nicht genug

Kommentar27. Dezember 2017, 07:48
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Wie soll man eine digitale Währung mit anonymen Besitzern effektiv regulieren und beaufsichtigen?

Der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg der Kryptowährung Bitcoin ist eines der auffallendsten Phänomene des Jahres 2017. Vor einiger Zeit wurde sie von professionellen Investoren und deren Aufsehern ignoriert oder milde belächelt, bis deren Gesamtwert mehrere Hundert Milliarden Dollar erreicht hatte.

Dadurch wurden nicht nur Begehrlichkeiten der Finanzwirtschaft geweckt, die sich von Bitcoin und Co mittlerweile große Profite erhofft, sondern es bringt auch die Aufsicht unter Zugzwang – und stellt sie vor praktische Schwierigkeiten.

Regulierung als Lernaufgabe

Denn wie soll man eine digitale Währung mit grundsätzlich anonymen Besitzern effektiv regulieren und beaufsichtigen? Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin räumt ein, vor einer Lernaufgabe zu stehen – also erst Know-how aufbauen zu müssen.

In der Praxis wird es künftig wohl darauf hinauslaufen, vorerst nur jenen Firmen, die mit Bitcoin und Co Geld verdienen wollen, auf die Finger zu schauen und ein entsprechendes Regelwerk zu etablieren.

Bei Privaten erscheint nur realistisch, was ohnedies schon in zunehmender Deutlichkeit getan wird – nämlich vor dem Verlustpotenzial von Bitcoin zu warnen. Dabei wäre es wohl besser, Bitcoin-Fans Grundregeln des Investierens näherzubringen: nicht alles Vermögen in Kryptowährungen stecken und schon gar nicht nur in eine. Auch das zählt 2018 zur Finanzbildung – und die zu stärken hat sich ja die neue Regierung an ihre Fahnen geheftet. (Alexander Hahn, 27.12.2017)

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