Papst rief zu Frieden in der Welt auf

25. Dezember 2017, 13:54
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Franziskus betete für Kinder in Konfliktgebieten und für ein friedliches Zusammenleben von zwei Staaten im Nahen Osten

Vatikanstadt/Jerusalem – Der Papst hat am Christtag in seiner Botschaft zum Segen "Urbi et Orbi" zu Frieden in Syrien, im Nahen Osten, im Irak, in Korea sowie im Kongo und in Zentralafrika aufgerufen. Vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom gedachte der Papst aller leidenden, verfolgten und bedürftigen Kinder in Konflikt- und Notstandsgebieten auf dem gesamten Globus.

Eindringlich plädierte der Heilige Vater für Frieden im Nahen Osten. Er rief die Gläubigen auf, für ein Ende der Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern zu beten. Der Papst sprach sich für das friedliche Zusammenleben von zwei Staaten im Rahmen international anerkannten Grenzen aus. Er bete, damit die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft für den Frieden zu Resultaten führen. Er bat auch um Gebete für die Koreanische Halbinsel, damit es zu einer Versöhnung im Interesse der ganzen Welt kommt.

Überholtes Entwicklungsmodell

Kinder würden am ärgsten unter den Kriegen und einem "überholten Entwicklungsmodell" leiden, das soziale Ausgrenzung nähre, kritisierte Franziskus. Der Pontifex betonte, man könne Jesus in den Kindern Syriens sehen, die unter den Folgen des langen Krieges leiden. Franziskus äußerte die Hoffnung, dass Syrien wieder ein soziales Netz aufbauen könne, in dem Menschen unabhängig von ihrer ethnischen Gruppe und Religion in Frieden zusammenarbeiten können. Jesus sei auch in den Augen der Kinder im Irak zu sehen, die unter den Folgen eines 15-jährigen Konflikts leiden, so der Papst.

Er betonte, er bete für die Kinder in all jenen Ländern, in denen Frieden und Sicherheit gefährdet seien, sowie für Kinder in von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien. Er bete für Kinder, die als Sklaven und Soldaten ausgenutzt werden, sowie für minderjährige Flüchtlinge, die allein ihre Heimat verlassen, auf unmenschliche Weise reisen und Opfer von skrupellosen Menschen würden. "In ihren Augen sieht man das Schicksal der vielen Migranten, die Reisen unternehmen, die oft in Tragödien enden", sagte Franziskus.

Papst Franziskus hatte mit einem Festgottesdienst im Petersdom am Sonntagabend offiziell die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan eingeleitet. Die Messe zur Erinnerung an die Geburt Christi vor 2.000 Jahren wurde in mehreren Ländern und live im Internet übertragen. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Armen, die Ausgegrenzten und Flüchtlinge. Die armen Hirten aus Bethlehem seien die ersten gewesen, die die Nachricht von der Geburt Jesu erhalten hätten, sagte Franziskus. "Sie waren die ersten, weil sie unter den letzten waren, den Ausgegrenzten."

Flucht als Notwendigkeit

Der Heilige Vater, der die Christmette mit zahlreichen Kardinälen und Bischöfen zelebrierte, machte einen Vergleich zwischen der Heiligen Familie, für die es keinen Platz in Bethlehem gab, und den vielen Flüchtlingen, die derzeit ihre Heimat verlassen müssen und ausgegrenzt werden. Auch heute seien Millionen von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden. Für viele Menschen sei die Flucht eine Notwendigkeit

In Rom wurden die Sicherheitsvorkehrungen an den Weihnachtsfeiertagen erheblich verschärft. Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, die größten Basiliken der Ewigen Stadt, die U-Bahn-Zugänge und die Gebäude wichtiger Institutionen sollen an allen Feiertagen strengstens kontrolliert werden, teilte das Innenministerium mit. Besonderes Augenmerk gelte auch besucherstarken Veranstaltungen und Gottesdiensten zu Weihnachten, aber auch touristischen Sehenswürdigkeiten und Einkaufszentren, hieß es in Rom. Zu den Sicherheitsmaßnahmen zählen bewegliche Absperrgitter an den Zufahrtsstraßen zum Petersplatz sowie Polizei- und Militärposten. (APA, 25.12.2017)

  • Vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom erinnerte der Papst daran, dass die Kinder unter den Konflikten am meisten leiden würden.
    foto: reuters/alessandro bianchi

    Vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom erinnerte der Papst daran, dass die Kinder unter den Konflikten am meisten leiden würden.

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