Zwei ganz besondere Babys

23. Dezember 2017, 10:00
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Ärzte in Südkorea und in den USA verschieben die Grenzen der Fortpflanzungs- und Frühgeborenenmedizin

Seoul/New York – Weihnacht ist das Fest der Geburt Jesu Christi vor gut 2000 Jahren, angeblich in einem Stall in Bethlehem. Wie damals die Empfängnis vonstattenging, ist bis heute Gegenstand theologischer Debatten.

Fast noch wundersamer als dieser göttliche Akt erscheinen indes die Fortschritte in der Fortpflanzungs- und der Neugeborenenmedizin. So kam am 25. November im US-Staat Tennessee ein Mädchen zur Welt, das sich aus einem Embryo entwickelte, der bereits im Oktober 1992 durch künstliche Befruchtung entstand und eingefroren wurde.

Im März 2017 wurde er einer jungen US-Amerikanerin eingepflanzt, die nur wenig älter als der Embryo war, und acht Monate später kam Emma mit gut drei Kilogramm Gewicht auf die Welt. Ihre Mutter erfuhr erst nach der Geburt vom "Rekord", den sie mit ihrer Tochter aufgestellt hatte.

21 Wochen und fünf Tage

Ein anderes "Rekordbaby" kam bereits 2012 in Seoul zur Welt, doch die Details dieser Geburt wurden erst vor wenigen Tagen im "Journal of Korean Medical Science" enthüllt. Dieses Mädchen, das heute fünf Jahre alt ist, war ein Frühchen, das mit seinem Zwillingsbruder bereits nach 21 Wochen und fünf Tagen geboren wurde, also rund vier Monate zu früh. Grund für die Frühgeburt war, dass die Fruchtblase der 38-jährigen Frau aus den USA geplatzt war.

Da die Mutter bereits mehrere erfolglose künstliche Befruchtungen hinter sich hatte, versuchte man das Leben der beiden Babys zu retten, was zu diesem frühen Zeitpunkt sonst eigentlich noch nicht passiert, und injizierte der Mutter vor der Geburt Steroide, um die Entwicklung der Lungen zu beschleunigen.

Klein, fehlsichtig aber gesund

Bei der Geburt im Samsung Medical Centre wogen die beiden Frühchen jeweils knapp 500 Gramm. Trotz intensiver Pflege konnte das Leben des männlichen Babys nicht gerettet werden, das nach zwei Monaten an einer Infektion starb. Das Mädchen hingegen überlebte als jüngstes bisher geborenes Frühchen. Es ist heute zwar kleiner als seine Alterskolleginnen und trägt Brillen, sonst ist es aber gesund. (tasch, 23.12.2017)

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