O du fröhliche Zeit des Konsums

24. Dezember 2017, 14:00
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Geschenkpakete: Umtauschen, wiederverwerten oder gar nichts bekommen. Bloß nicht behalten

Der dritte Rentier-Pulli löst bei vielen Beschenkten in etwa so wenig Freude aus wie das Topflappenset, das man sich definitiv nicht zu Weihnachten gewünscht hat. Dann heißt es: zurück ins Geschäft. Gerade bei Weihnachtsgeschenken zeigt sich der Handel dabei oft kulant, klärt der Verein für Konsumenteninformation auf. Denn: Es gibt "kein gesetzlich verbrieftes Recht" auf die Rückgabe. Geld zurück gibt es aber selten, meistens bekommen unglücklich Beschenkte einen Gutschein. Anders sieht es beim Onlinekauf aus: Dort haben Kunden ab Eintreffen der Ware eine 14-tägige Rücktrittsfrist, diese ist gesetzlich geregelt. Der Grund dafür ist, dass Onlinekäufer die Waren nicht direkt begutachten können.

Sind die Geschenke beim Kunden gelandet, werden sie hübsch verpackt, bevor gierige Hände das Geschenkspapier am 24. wieder herunterreißen. Dabei entsteht viel unnötiger Abfall, erinnern die niederösterreichischen Umweltverbände. Weihnachtliche Müllberge können durch nachhaltige Verpackungen vermieden werden, erklären sie in einer Aussendung. Dazu zählen Stoffsackerln genauso wie Geschenkkartons, die wiederverwendet werden können. Aber nicht nur in Verpackungsfragen sollten Konsumenten auf Nachhaltigkeit achten: Bei opulenten Weihnachtsfesten landet viel Essen im Müll. 90 Tonnen – teilweise noch genießbare – Lebensmittel werden in Niederösterreich pro Tag weggeschmissen.

In diesem Sinne sehr nachhaltig leben 16 Prozent der österreichischen Bevölkerung: Sie verschenken zu Weihnachten gar nichts, wie eine Umfrage der Onlineplattform Willhaben ergeben hat. Doch gibt es regionale Unterschiede: Besonders schenkfreudig sind Vorarlberger. Sie spielen für sieben oder mehr Personen das Christkind.

Was die Umfrage auch zeigt: Burgenländer kaufen Weihnachtsgeschenke besonders früh, in Oberösterreich leben hingegen mehr Last-Minute-Shopper. Auch hier zeigt sich – wenn auch wohl eher aufgrund der Kosten als wegen der Umwelt – ein Trend zur Nachhaltigkeit: Die Hälfte der 1800 Befragten kann sich vorstellen, auch gebrauchte Gegenstände wie Spielzeug, Markenartikel oder Spielkonsolen zu Weihnachten zu verschenken. (lauf, 22.12.2017)

  • Manch geschenkter Strickpulli enttäuscht – andere werden trotzdem grün vor Neid.
    foto: reuters / regis duvignau

    Manch geschenkter Strickpulli enttäuscht – andere werden trotzdem grün vor Neid.

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