Rom will Schadenersatz für toten Christbaum

22. Dezember 2017, 11:43
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Streit mit Trentiner Fleimstal, das die Fichte geliefert hat – Holz soll für Mitbringsel verwendet werden – Vergleich mit Prachttanne "Rigoglio" auf dem Petersplatz

Rom – Nach der Weltblamage wegen des toten Christbaums auf dem Hauptplatz Piazza Venezia greift Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi zur Gegenwehr: Die Gemeinde werde nach einer internen Untersuchung Schadenersatz fordern. Raggi betonte, dass der tote Christbaum nicht vor Ende der Weihnachtsfeiertage am 6. Jänner weggeräumt werde.

"Als wir uns im Fleimstal die Fichte für Rom ausgesucht haben, war sie sehr schön und dicht. Etwas muss beim Fällen und beim Transport schiefgegangen sein", sagte die Bürgermeisterin. Der mittlerweile "Spelacchio" ("ausgerupft") genannte Baum werde vorerst nicht weggeräumt. "Inzwischen haben alle 'Spelacchio' liebgewonnen, und es gibt außerdem größere Probleme als einen Weihnachtsbaum", sagte die 39-Jährige.

Die Italiener machen sich auch mit einem Twitter-Account über den toten Baum lustig.

Zweite Fichte in Ordnung

Der Trentiner Verband Magnifica Comunita di Fiemme, der Rom den Baum geliefert hat, wehrt sich dagegen, dass die beim Transport gestorbene Fichte auf einer Müllhalde landen soll. Eine ähnliche Fichte aus dem Trentiner Fleimstal sei der lombardischen Stadt Mantua geliefert worden und sei in bestem Zustand.

Stefano Cattoi, der für das Trentiner Forstamt arbeitet, schlug vor, aus dem Holz der toten Fichte Schlüsselanhänger, Brillen, Kugelschreiber und andere Mitbringsel zu entwerfen. Auch eine Kunstinstallation, die der Stadt Rom bleibe, sei eine Möglichkeit.

Vergleich mit Petersplatz

Inzwischen pilgern unzählige Touristen und Römer zu dem toten Christbaum. An den Ästen wurden Karten mit Glückwünschen aufgehängt. Touristen vergleichen die Bilder der schäbigen Fichte auf der Piazza Venezia mit der polnischen Prachttanne auf dem Petersplatz, die am 7. Dezember zum ersten Mal beleuchtet wurde. Die 28 Meter große Tanne überlebte einen mehrwöchigen Transport von den nordpolnischen Masuren über Österreich bis nach Rom unbeschadet.

Die Römer haben auch für den vatikanischen Weihnachtsbaum längst den passenden Namen gefunden: "Rigoglio", was in etwa mit "blühend" übersetzt werden kann. Der Name erinnert an "Bergoglio", den Familiennamen von Papst Franziskus. (APA, 22.12.2017)

  • Links der tote Baum in Rom, rechts die gesunde Tanne aus Polen am Petersplatz. Der Vergleich macht sicher.
    foto: ap photo/alessandra tarantino

    Links der tote Baum in Rom, rechts die gesunde Tanne aus Polen am Petersplatz. Der Vergleich macht sicher.

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