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    Am Weg zur Wirtschaftselite

    22. Dezember 2017, 10:52

    Berufsbegleitend studieren: Dominik Tantscher berichtet in einem inneren Monolog über seine Studienwahl "Industriewirtschaft / Industrial Management" an der FH JOANNEUM Kapfenberg.

    Da stehe ich nun. 19 Jahre alt und frisch gebackener Maturant einer Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe. Ich bin ehrgeizig, wissbegierig und, zugegeben, etwas planlos. Schließlich muss ich eine Entscheidung fällen, die maßgeblich meine Zukunft beeinflusst. Eines weiß ich genau, ich will studieren. Aber was und wo? Viele hundert Studien werden in Österreich angeboten, an über 70 Unis, Fachhochschulen und anderen Hochschulen. Wie soll man sich da zurechtfinden?

    Ich mache einen ersten Schritt und gehe in mich, suche nach Interessen und Stärken. Mathe? Nein. Vielleicht BWL? Von Wirtschaft habe ich nach fünf Jahren HLW vorerst genug. Wie wäre es mit Sprachen? Immerhin haben mir der Französisch- und Englischunterricht immer viel Spaß gemacht. Mir gefällt die Idee und ich beginne mich zu informieren. Schnell fällt mir ein bestimmtes Studium ins Auge: Transkulturelle Kommunikation an der Uni Graz. Das Bachelor-Studium für angehende Übersetzerinnen und Übersetzer. Ich als Übersetzer? Finde ich gut. Ich entscheide mich für Französisch und Russisch. Ein paar Monate später ist es dann soweit. Als ordentlich inskribierter Studierender sitze ich im Hörsaal und warte auf den Beginn der Orientierungslehrveranstaltung. Ich bin motiviert und voller Tatendrang.

    Wie soll es weitergehen?

    Drei Jahre, unzählige Lehrveranstaltungen, Seminare und Sprachkurse, ein dreimonatiges Auslandspraktikum und eine Bachelorarbeit später stehe ich mit einem Abschluss in der Tasche wieder vor einer Entscheidung: Was nun? Wie geplant, inskribiere ich mich für den Master. Ich gehe davon aus, dass es genauso viel Spaß macht, wie im Bachelor. Und das tut es – am Anfang zumindest. Ich merke nach und nach, dass meine Motivation nachlässt. Es erfüllt mich nicht, tagtäglich irgendwelche langweiligen Texte über die Zusammensetzung technischer Maschinen zu verfassen. Soll ich das tatsächlich noch weitere 40 Jahre meines Lebens machen? Ich gehe wieder in mich, mache mir viele Gedanken und fälle schlussendlich die bis dato schwerste Entscheidung meines Lebens. Ich breche den Master nach nur einem Semester ab und stehe wieder da: planlos, unsicher und muss erneut eine Entscheidung treffen – wie soll es weitergehen?

    Ich bin mit meiner Ausbildung noch nicht zufrieden, mein Abschluss reicht mir nicht. Ich möchte weiterstudieren aber gleichzeitig strebe ich nach Unabhängigkeit und ich will nicht länger von der Großzügigkeit meiner Eltern abhängig sein. Welche Möglichkeiten gäbe es also, Arbeit und Studium zu kombinieren?

    Berufsbegleitend studieren

    Während meines Studiums an der Universität habe ich begonnen, als studentischer Mitarbeiter an der FH JOANNEUM in Kapfenberg etwas dazuzuverdienen. Am Institut für Industrial Management – Industriewirtschaft unterstützte ich meine Kolleginnen und Kollegen bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Zu dieser Zeit hatte ich jedoch noch keine Ahnung, wie sehr dieses Umfeld meine weitere Laufbahn beeinflussen würde. Wieder vor einer zukunftsweisenden Entscheidung stehend, begann ich, das Studienangebot des Instituts mit anderen Augen wahrzunehmen. Mein Fokus landete auf "Industriewirtschaft / Industrial Management".

    Eine vielseitige, theoretisch und praktisch fundierte Ausbildung in den Bereichen Wirtschaft, Technik und IT sowie umwerfende Jobaussichten nach Abschluss weckten mein Interesse immer mehr. Außerdem bestand die Möglichkeit, das Studium berufsbegleitend zu absolvieren. Meine Gedanken kreisten, ich war etwas unsicher. Mich als Absolvent einer HLW mit anschließendem Sprachstudium an ein zur Hälfte technisches Studium heranzuwagen, rief dann doch einige Zweifel hervor. Ich bin ehrgeizig und extrem wissbegierig, aber ob ich hierfür den Mut aufbringen kann? Außerdem fehlt mir für ein berufsbegleitendes Studium ein entscheidendes Kriterium: ein Beruf. Nachdem es meine Freundin und meine Familie durch aufmunterndes Zureden geschafft hatten, mir die Zweifel zu nehmen, musste nur noch ein fixer Job her. Ich suchte das Gespräch mit meinem Vorgesetzten, dem Institutsleiter. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben und fragte, ob es eine Möglichkeit gäbe, mein derzeitiges geringfügiges Beschäftigungsverhältnis aufzustocken. Gemeinsam fanden wir eine Lösung – als Administrator eines FH-Lehrgangs stand einer neuen Herausforderung als berufsbegleitender Studierender nichts mehr im Wege. Voller Motivation begann ich mit den Vorbereitungen auf den schriftlichen Reihungstest sowie das Aufnahmegespräch.

    Optimale Vorbereitung auf die Arbeitswelt

    Heute, mehr als zwei Jahre später, bin ich im fünften Semester und blicke auf vier herausfordernde und anstrengende Semester zurück. Vor allem die technischen Lehrveranstaltungen, darunter Mathematik, Produktionstechnik, Elektrotechnik und Maschinenelemente, haben mir zu Beginn einiges abverlangt. Aber ich merkte schnell, dass viele meiner Studienkolleginnen und -kollegen ähnliche Sorgen hatten. Wir unterstützten uns gegenseitig: Während die HTL-Absolventinnen und Absolventen bei Fragen in technischen Lehrveranstaltungen halfen, wurden die HAK- und HLW-Absolventinnen und -Absolventen in sämtlichen wirtschaftlichen Angelegenheiten zu Rate gezogen. Mit Fleiß, harter Arbeit und einem starken Zusammenhalt, waren die technischen Lehrveranstaltungen, auch für "Nicht-Techniker" wie mich, kein großes Problem.

    Wie man Beruf, Studium, Familie und Freizeit in 24 Stunden unterbringen kann? Neben einer guten Portion Disziplin sowie einem gewissen Organisationsgeschick, ist es wichtig, nie das Ziel aus den Augen zu verlieren. Ist man sich bewusst, warum man diese Strapazen auf sich nimmt, fällt es einem um ein Vielfaches leichter. Droht die Belastung, doch die Überhand zu gewinnen, kommt positiven Ankern eine ganz besondere Bedeutung zu. Sei es eine Auszeit mit Freunden und Familie oder ein kurzes Durchatmen bei einem Hobby – sich die Zeit für einen Ausgleich zu nehmen, ist enorm wichtig. Sind meine Energiereserven leer, versuche ich, diese beim Rennradfahren wieder aufzufüllen. Einfach abschalten, raus in die frische Luft und sich richtig auspowern. Danach lernt es sich wieder um einiges leichter.

    Zuvor habe ich geschrieben, dass ich einige Zweifel hatte, ob "Industriewirtschaft / Industrial Management" wirklich die richtige Wahl war. Heute kann ich schlicht und einfach sagen: JA! Die Inhalte werden nicht nur interessant aufbereitet, sondern sind auch exakt auf die Anforderungen der Unternehmen abgestimmt. Hier hat man stets das Gefühl, optimal auf die Arbeitswelt vorbereitet zu werden. Für mich ist es also nur logisch, nach dem Bachelor auch den Master anzuhängen – dieses Mal aber garantiert über die volle Distanz.

    • Dominik Tantscher berichtet über seine Studienwahl an der FH JOANNEUM Kapfenberg.
      foto: fh joanneum / rizzi

      Dominik Tantscher berichtet über seine Studienwahl an der FH JOANNEUM Kapfenberg.

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