Das Kleingebäck soll sterben gehn!

Kolumne22. Dezember 2017, 14:30
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Die große Keksschelte zum Weihnachtsfest

Da haben sie wieder einmal danebengehaut, die Sprachjuroren, als sie "alternative Fakten" (übrigens zwei Wörter) zum "Unwort des Jahres 2017" erklärten. Unwort – und Unding – des Jahres ist natürlich "das Keks", und im Dezember ist es dies besonders.

Niemals sonst im Jahreskreis rotten sich die süßfetten Ungustln ungenierter zusammen, um ihren wochenlangen Feldzug gegen das Ideal der körperlichen Wohlgeformtheit auszufechten. Wo die Kekse nicht den Mut finden, sich eigenständig zur terroristischen Vereinigung zusammenzuschließen, da finden sich garantiert menschliche Helfershelfer, die sie in Massen auf Teller und in Schalen bugsieren und unters Volk bringen.

So wird die gesamte winterliche Umwelt, bei der das Ausweichen ins Freie schwerfällt, mit appetitlich-abscheulichen Fettfallen vollgestopft. Nennen wir die Übel beim Namen: anlassige Busserl, kranke Krapferl, polymorph perverse Stangerl, ranzige Ringe, zickige Sterne, verreckte Vanillekipferl.

Haut's euch über die Häuser, Kekse!

Wie immer das Böse heißt: stets geht es darum, die größtmögliche Anzahl von Kalorien auf kleinstem Raum unterzubringen und sich als unansehnlicher Schmer in alle erdenklichen Wampen einzuweimperln. Weh dem, der dem Lockruf der hinterfotzigen Speckschweine erliegt: Wahrlich, er wird alle Foltern der Abnehmindustrie (Trennkost, Low Carb, FdH, blutegelunterstütztes Fastenschröpfen) über sich ergehen lassen müssen, um mit viel Glück im Sommer zur Bikini- oder Badehosenfigur zurückzufinden. Daher: Haut's euch über die Häuser, Kekse! Geh sterben, Kleingebäck!

  • Hier ein paar Rezepte für Kekse, bei denen sich auch Naschkatzen gut zurückhalten können: Blaue Schlitzroulade Einen Liter rechtsdrehendes Heidelbeerjoghurt mit viel Meerrettich würzen und in Biskuitrouladen einfüllen. Rouladenoberfläche mit tiefen Schmissen verzieren.
  • Bestreute Kotflügel 70 Deka frischen Straßenkot mit der gleichen Menge Staubzucker vermengen. Auswalken, Flügel ausstechen, Schokostreusel drüber.
  • Süße Saumaisen Saumaisen in einem Sud aus Schlagobers und Himbeersirup sieden. Die gesottenen Saumaisen mit veganer Kochschokolade überziehen und kandierten Kirschen verzieren.

Der Krisenkolumnist geht bis Mitte Jänner auf Urlaub. Er wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und Prosit 2018! Und guten Appetit! (Christoph Winder, Album, 23.12.2017)

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