Pussy-Riot-Mitglied zu Sozialstunden verurteilt

21. Dezember 2017, 16:53
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Nach Festnahme bei Protest vor Inlandsgeheimdienst

Moskau – Ein Mitglied der russischen Punkband Pussy Riot ist wegen einer Protestaktion vor dem Gebäude des Inlandsgeheimdiensts (FSB) in Moskau zu Sozialstunden verurteilt worden. Maria Alechina hatte am Mittwoch auf dem Lubjanka-Platz ein weißes Tuch mit der Aufschrift "Alles Gute zum Geburtstag, Henker!" entfaltet.

Am Donnerstag verurteilte ein Richter an einem Bezirksgericht in Moskau die 29-Jährige zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Der Geheimdienst beging am 20. Dezember die Gründung seiner Vorläuferorganisation Tscheka durch die Bolschewiki nach der Oktoberrevolution vor hundert Jahren. Neben Alechina wurden eine weitere Aktivistin, Olga Borisowa, sowie zwei Fotografen festgenommen. Alechina hatten bis zu zwei Wochen Haft gedroht.

Alechina war 2012 mit zwei weiteren Mitgliedern von Pussy Riot festgenommen worden. Sie hatten in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein "Punk-Gebet" abgehalten, in dem sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin offen kritisierten. Wegen "Rowdytums" und "Aufwiegelung zu religiösem Hass" wurden die Frauen zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, kamen jedoch 2013 nach einer Begnadigung durch Putin vorzeitig frei. (APA, 21.12.2017)

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