Erster Sechsfachjackpot im Lotto: Elf Millionen Euro am Heiligen Abend

21. Dezember 2017, 07:24
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Auch Sie hatten nicht 13, 33, 34, 35, 36 und 39 auf dem Schein. Die Österreichischen Lotterien sprechen von einem "Weihnachtswunder"

Wien – Weihnachten könnte in diesem Jahr für österreichische Lottospieler nicht fröhlicher sein. Sie hoffen am Heiligen Abend nicht nur auf zahlreiche Geschenke vom Christkind, sondern auch darauf, den Sechsfachjackpot zu knacken – den ersten in der Geschichte. Es geht laut Österreichische Lotterien um stolze elf Millionen, die einem Sologewinner ein besonderes Weihnachtsfest bescheren könnte.

Der von den Lotterien als "Weihnachtswunder" oder "Paukenschlag" bezeichnete Jackpot war einer ungewöhnlichen Zahlenkombination bei der letzten Ziehung am Mittwoch zu verdanken. Mit 33, 34, 35 und 36 rollte ein sogenannter Zahlen-Vierling – ein laut Lotterien "sehr seltenes Phänomen" – aus dem Trichter. Zahlen-Vierlinge gab es zuvor erst zehnmal, zuletzt im März 2014.

Somit blieben mehr als acht Millionen im Topf. Am Sonntag geht es um elf Millionen Euro, der erste zweistellige Gewinn in der Lotto-Geschichte. Der bisher höchste Solo-Gewinn war "nur" 9,6 Millionen Euro schwer und wurde von einem Wiener am 12. August 2015 nach einem Fünffachjackpot geknackt. Drei Jahre zuvor, am 15. August 2012, durfte sich ebenfalls ein Wiener über 9,4 Millionen Euro hohen Einzelgewinn freuen. Den dritthöchsten Sologewinn in der Lottogeschichte erzielte auch ein Wiener am 9. Juni 2013 in der Höhe von 9,2 Millionen Euro.

Wie 29-mal Kopf beim Münzenwerfen

Die Chance, einen Lotto-Sechser zu erzielen, liegt gar nicht mal schlecht, nämlich bei eins zu acht Millionen. Ähnlich ist die Wahrscheinlichkeit von Blitz getroffen zu werden. Viel schlechter stehen die Chancen, 29 Mal in Serie beim Münzenwerfen "Kopf" zu erzielen, nämlich bei eins zu 537 Millionen. Noch geringer ist die Wahrscheinlichkeit bei der berühmten italienischen Lotto-Ziehung "6 aus 90" zu gewinnen. Dort liegt die Chance bei eins zu 623 Millionen.

Die Österreichischen Lotterien erwarten bei der Weihnachtsziehung am Heiligen Abend rege Teilnahme und rechnen mit 12,6 Millionen Tipps. Damit werden voraussichtlich 80 Prozent – also vier Fünftel – aller möglichen Tippvarianten (und das sind rund 8,1 Millionen verschiedene Möglichkeiten) gespielt. Die Chance, dass der Sechsfach-Jackpot geknackt wird, ist somit relativ hoch.

Da bereits der Fünffach-Jackpot bei der Ziehung am Mittwoch viele Spieler angezogen hat, hat es auch ohne Sechser bereits zahlreiche Gewinner gegeben. So konnte sich ein Dutzend über einen Fünfer mit Zusatzzahl freuen. Drei Wiener, drei Oberösterreicher, zwei Niederösterreicher, zwei Burgenländer, ein Kärntner und ein win2day-User erhalten jeweils rund 25.400 Euro. Sieben Gewinne wurden per Quicktipp erzielt, vier mit Normalscheinen und einer mit einem Systemschein.

Auch bei LottoPlus gab es am Mittwoch zwei Sechser. Ein Steirer und ein win2day-User waren jeweils per Quicktipp erfolgreich und gewannen jeweils mehr als 345.000 Euro. Beim LottoPlus Sechser am kommenden Sonntag geht es um rund 900.000 Euro. Beim Joker gab es drei Wettscheine mit der richtigen Joker Zahl und alle drei hatten das "Ja" angekreuzt. Für zwei Oberösterreicher und einen Wiener bedeutet dies einen Gewinn von jeweils mehr als 114.000 Euro.

Sieben Millionen nicht abgeholt

Erfolgreiche Lottospieler bekommen meist zwei gute Ratschläge mit auf den Weg: Nicht darüber sprechen und nicht gleich den Job hinschmeißen. Manche Gewinner scheinen jedoch so bescheiden zu sein, dass sie ihren Gewinn nicht einmal einlösen. Rund sieben Millionen Euro werden pro Jahr nicht abgeholt, berichtet Günter Engelhart von den Österreichischen Lotterien dem STANDARD. Dabei handle es sich aber eher um das "kleine Glück", das sich über das Jahr summiert. "Spektakulärere Gewinne wurden bislang zum Glück abgeholt", sagt der Lotterien-Sprecher.

Die nicht ausbezahlten Summen werden wieder "unters Volk gebracht", so Engelhart. In diesem Jahr wird zum Beispiel unter allen Tipps, die zumindest an einer der vier Ziehungen von Mittwoch, dem 20. Dezember, bis Sonntag, dem 31. Dezember, teilnehmen, eine Million Euro extra verlost. Die Ziehung erfolgt am Sonntag, dem 31. Dezember, nach der letzten Lottoziehung dieses Jahres.

Dass man, wenn es ums Geld geht, der Familie nicht immer blind vertrauen sollte, zeigt der Fall von Natalja Wlassowa. Die 63-jährige Pensionistin aus dem Gebiet Woronesch rund 600 Kilometer südlich von Moskau hätte diesen November ihren Gewinn von rund 7,2 Millionen Euro fast übersehen. Denn sie ließ ihre Enkelin den Tippschein prüfen, die nicht merkte, dass ihre Großmutter alle Tipps richtig hatte. Als nach einer Woche Meldungen kamen, dass ein Gewinner aus ihrer Region gesucht werde, prüfte Wlassowa ihren Schein selbst noch einmal und erlebte eine Überraschung.

Rekordgewinn in den USA

Im August gab es übrigens in den USA den Lotto-Weltrekord: Die 53-jährige Mavis Wanczyk, seit 32 Jahren in einem Spital in Massachusetts tätig, holte mit nominell 642,64 Millionen Euro den größten Einzelgewinn in der Lotto-Geschichte. Verglichen dazu wirken die 7,2 Millionen Euro von Wlassowa bescheiden. Die durchschnittliche Monatsrente liegt der Regierungszeitung Rossijskaja Gaseta zufolge in Russland aber bei knapp 200 Euro. Die Pensionistin will nun auch für wohltätige Zwecke spenden. (july/APA, 21.12.2017)

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    grafik: apa
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