Insolvenz: Die Frist für Niki-Bieter läuft ab

21. Dezember 2017, 12:37
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Die Zahl der Interessenten ist gestiegen. Dazu zählt auch die Schweizer Airline Privat Air

Wien/Meyrin – Privat Air wer? Bevor Thomas Limberger erklärte, dass er sich für die insolvente Niki interessiert, hatte den Namen der Schweizer Fluggesellschaft hierzulande wohl kaum jemand gehört. Während andere sich für Landerechte oder Teile der gegroundeten Air-Berlin-Tochter interessieren, gibt sich Limberger nicht mit halben Sachen ab: "Ja, wir wollen Niki ganz übernehmen und möglichst alle Arbeitsplätze erhalten", gab er in einem Medienbericht zu Protokoll.

Die Schweizer Linien- und Charterfluggesellschaft mit acht Flugzeugen und Sitz im schweizerischen Meyrin nahe der französischen Grenze, bietet nicht nur anderen Airlines – darunter etwa der Lufthansa, Eurowings und Tuifly –, sondern auch Unternehmen ihre Maschinen an. Privat Air gehört seit 2016 Limbergers Investmentgesellschaft Silver Arrow Capital. Ob der Deutsche ein verbindliches Angebot abgegeben hat, darüber gibt es bei Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther keine Auskunft. Noch, denn bis Mittwochmittag können verbindliche Angebote abgegeben werden. Auch wie viel Geld Limberger in die Hand nehmen würde, ließ er offen.

Der 50-Jährige selbst ist kein unbeschriebenes Blatt. Mit 35 war er Deutschland-Chef des Industrieriesen General Electric, mit 37 leitete er den Schweizer Konzern Unaxis (heute OC Oerlikon), mit 39 verlor er dort seinen Job, was auch mit dem damaligen Verwaltungsratspräsidenten Georg Stumpf zu tun gehabt haben soll. Dann holte ihn der Milliardär August von Finck in den Von-Roll-Industriekonzern. Auch dort soll es zum Zerwürfnis gekommen sein.

Fünf Interessenten

Heute sitzt der Vielflieger Limberger mit seiner im Jahr 2012 gegründeten Investmentgesellschaft offenbar wieder fest im Sattel. In den Ring steigt er als Bieter um Niki mit derzeit vier weiteren Interessenten, wobei sich nicht alle für das Gleiche interessieren. Ferienflieger Tuifly ist nur an den Start- und Landerechten interessiert. Das Konsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht, das von Air Berlin bereits die Techniksparte sowie die Frachttochter Leisure Cargo übernommen hat, gibt nun doch kein eigenes Angebot ab.

Weiters auf der Liste: Ferienflieger Thomas Cook mit Condor, British-Airways-Mutter IAG und Ryanair. Wobei auch die Iren sich nur für Start- und Landerechte interessieren. Und auch Niki Lauda, der heftig gewettert hatte, Niki sei nichts mehr wert, hat dann doch erneut sein Interesse deponiert. (rebu, 21.12.2017)

Anmerkung: Dieser Artikel wurde upgedatet

  • Dass Niki als Ganzes erhalten bleibt, ist unwahrscheinlich.
    foto: reuters

    Dass Niki als Ganzes erhalten bleibt, ist unwahrscheinlich.

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