Benchmarks belegen: Apple macht alte iPhones gezielt langsamer

    20. Dezember 2017, 08:47
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    Daten von Geekbench zeigen zum Teil merklich reduzierte Werte nach Updates. Vermuteter Grund: Akkuschwierigkeiten

    Schon seit längerem hegen so manche Apple-User einen unerfreulichen Verdacht: Apple mache alte Smartphones mit neuen Betriebssystemversionen gezielt langsamer, um die Besitzer zum Kauf eines neueren Geräts zu bewegen. Ein Verdacht, der nun neue Nahrung erhält – und doch etwas komplizierter ist als angenommen.

    Geekbench

    Einzelne Updates hätten alte iPhones zum Teil signifikant langsamer gemacht, behaupten die Entwickler des Benchmark-Tools Geekbench in Berufung auf das eigene Datenmaterial. Besonders deutlich lasse sich dies am Update auf iOS 10.2.1 für das iPhone 6S zeigen. Während zuvor praktisch alle Geräte auf einen Single-Core-Wert von 2.500 gekommen sind, zeige sich danach plötzlich eine große Streuung der Ergebnisse. Die meisten getesteten iPhones 6s zeigen zwar auch danach noch die volle Leistung, bei einem Teil der Geräte gehe der Single-Core-Werte aber auf nicht einmal die Hälfte (1.100) zurück.

    Ähnliche Effekte zeigt das Datenmaterial auch mit Blick auf ein aktuelles Update auf das iPhone 7: Während hier bei iOS 11.1.2 noch konsistent ein Single-Core-Wert von 3.500 bei Geekbench geliefert wird, zeigen sich nach der Aktualisierung auf iOS 11.2 sehr unterschiedliche Ergebnisse. Teilweise bekommen hier die Nutzer nur mehr Werte von 2.300 oder gar 1.800.

    Spurensuche

    Bleibt die Frage, warum Apple dies tut, und hier gibt es ebenfalls eine recht gute Spur – war doch in den letzten Wochen einigen Nutzern aufgefallen, dass ihr altes iPhone nach dem Einbau eines neuen Akkus plötzlich wieder flotter lief, was die gesamte Diskussion überhaupt erst ausgelöst hat. Dazu passt, dass etwa das oben erwähnte Update auf iOS 10.2.1 ein schweres Problem bei einem Teil der im Umlauf befindlichen iPhone 6s behoben hatte, nämlich dass sich diese zum Teil unerwartet selbst abgeschaltet hatten – was meist auf Akkuprobleme hinweist.

    Apple scheint also bei Anzeichen von Akkuschwierigkeiten kurzerhand die Performance von betroffenen iPhones zu reduzieren, um schwerere Probleme zu verhindern. An sich eine aus einer Sicherheitsperspektive durchaus nachvollziehbare Idee, die Intransparenz dieses Handelns ist aber natürlich dazu geeignet, betroffene User zu verärgern.

    Hoffnung

    Zumindest bleibt ein positiver Aspekt dieser Entdeckung: Wer ein altes iPhone besitzt und ähnlich starke Einbrüche der Performance bemerkt, könnte diesem mit einem neuen Akku auch wieder zu frischer Leistung verhelfen. Der Haken dabei: Geschwindigkeitseinbrüche können auch ganz andere Ursachen haben, eine Garantie gibt es in dieser Hinsicht also nicht. (apo, 20.12.2017)

    • Da müssen die Kunden genau schauen: Apple macht alte iPhones offenbar zum Teil gezielt langsamer.
      foto: kiichiro sato / ap

      Da müssen die Kunden genau schauen: Apple macht alte iPhones offenbar zum Teil gezielt langsamer.

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